Magic the Gathering: Commander, Lords of Waterdeep & Forbidden Stars

Endlich sind wir mal wieder dazugekommen – ein paar Partien Magic im Commander Modus zu spielen. Früher war das halt doch alles etwas einfacher mit dem “treff ma uns” – jeder hatte 5-10 Decks dabei und wir haben so manchen Nachmittag unsicher gemacht. Nachdem ich mich nie der Competitiven Szene bei Magic sehr zugehörig gefüht habe, geht auch nix verloren, wenn man nahezu ausschließlich Themendecks hat. Das war übrigens auch einer der größten Fehler den ich im Bezug auf Spiele gemacht hab, ein Elfendeck und ein Engeldeck bei Ebay vor ein paar Jahren einzustellen und diese für ein paar Euro loszuwerden. Klarerweise waren es irgendwelche Shops, die wohl jede Einzelkarte für den Preis des Gesamtverkaufs wiederverkaufen werden. Meine Magic-Sammlung ist aber mittlerweile eine schicker Bestandteil der Spiele geworden und lockt mich immer gerne aus der Reserve, insbesondere wenn wir es schaffen (ewig her) zu viert eine Partie Two-Headed Giant zu spielen oder halt das Commander Format. Was ist das Besondere am Commander? 100 “UNIQUE” Karten mit Ausnahme von Standardländern, ein “Commander” und ein paar Regeln, welche die Partien kurzweilig und actionreich machen – üblicherweise. Natürlich hatten wir (Weckerl und ich) auch wieder ein paar Mana-screwed Games bei denen sich die Länder sehr gut versteckt haben – bei 100 Spielkarten ist der Zufall nicht immer so perfekt wie man ihn gerne hätte. Oder so. Der Commandermodus hat bei mir 7 von 10 sammelwütigen Kartenpunkte verdient und ist ein super Weg die alten Karten nochmals für eine Partie rauszuräumen ohne den “4 gleiche Karten” Effizienzwahnfaktor bei den Decks zu “benötigen”.

Danach haben wir uns endlich über “Lords of Waterdeep” hergemacht. Mein kurzes Urteil dazu: GENIAL. Das Spiel eignet sich für alle, die ein wenig Fantasy Setting mögen und gerne mal eine Spielerfahrung erleben möchten eines Cooperativ-Intrigig-Competitiven Spiels. Kurz zusammengefasst: Ihr schlüpft in die Rolle eines der Lords von Tiefwasser und versucht sicherzustellen, dass es der Stadt gut geht (Coop Teil), verfolgt dabei aber primär eure eigenen Interessen und nutzt die eine oder andere Intrige um Euren Mitlords und/oder -ladies kleine Stolpersteine im Sinne von “kümmer Du dich darum, dass ist wichtig” in den Weg zu stellen. Am Ende siegt derjenige der am meisten Rubine (Siegpunkte) einsammeln konnte (Competitiv). Wir haben nur eine Partie gespielt, die Regeln sind sehr klar formuliert und es hat einfach eine Menge Spaß gemacht. Wenn ihr mit Tiefwasser (Waterdeep) vertraut seid und ein paar von Ed Greenwoods oder R.A. Salvatores Bücher gelesen habt gibt das gleich nochmals ein paar extra Grinser und ein Plus an Flair für die Wiedererkennung alter Geschehnisse in der City of Splendors. Für mich eine glatte 9/10 intrigenlastigen Stadtherrscherpunkten für kurzweilige Nachmittage oder wie in unserem Fall einen perfekten Sonntagmorgen – das Spiel verspricht übrigens, dass es die 10/10 Punkten knacken könnte, so im Modus mit 3,4 oder 5 Spielern.

Dann gab es noch ein ungeöffnetes Brettspiel, welches schon seit langem auf einen Versuch wartet. Forbidden Stars, angesiedelt im Games Workshop(R) Warhammer 40k Universum. Ihr schlüpft in die Rolle von Space Marines, Chaos, Eldar oder Orks und breitet euch in der Galaxie aus. Ziel des Spiels ist es Objektiv-tokens zu bekommen, die üblicherweise in einer feindlichen Welt untergebracht sind. Typisch für 40k ist die sehr kriegerische Auslegung und meiner Meinung nach gewohnt schön und detailreich sind die unterschiedlichen Einheiten. Das war’s aber auch schon wieder mit dem positiven Lob, die Spielanleitung ist eine Aneinanderreihung von Querverweisen, die bislang einzig vom Order of the Stick Brettspiel geschlagen wird in Komplexität und gefühlter Unlesbarkeit. Ich hab denke ich jeden vierten Absatz drei bis viermal vorlesen müssen um die Satzkonstruktionen zu verstehen und hatte bislang nicht das Gefühl, dass meine Sprachkenntnisse so mies wären. Dem nicht ganz genug ist das Kampfsystem, welches eine essentielle Spielmechanik darstellt komplex, schwerfällig und langwierig. Schade eigentlich, die Artworks auf den Karten sind sehr gelungen fangen die dystopische Stimmung gewohnt gut ein. Auch wenn wir bislang nur Space Marines vs. Chaos gespielt haben leidet das ganze sehr unter den schlechten Manuals. Ich hoffe trotzdem, dass es noch ein paar weitere Partien geben wird, auch wenn mir schon ein wenig vor dem Drei- oder Vierspielermodus graut, wenn das “noch” langsamer wird schlafen sicherlich ein paar Leute bei den Kämpfen ein. Fazit es sind bittere 3/10 endzeitversprechenden Blutgottopferpunkte, welches Forbidden Stars verspricht – in meinen Augen mit einem besseren Manual und ein paar Quicksheets wären mindestens 6/10 drinnen gewesen.

Alles in allem ein geniales Wochenende, welches nach baldiger Wiederholung schreit, also wenn irgendwann mal wieder Zeit ist für Brettspiele.

Einmal um die Inseln – ein kurzes Fazit

Nach zehn Tagen auf engem Raum mit der Mein Schiff 1  befinden wir: die Kreuzfahrt war ein Heidenspaß mit vielen Aha und Wow Momenten. Unsere große Angst, dass es mit so vielen Leuten an Bord einfach nur eng wird, hat sich nicht im Geringsten bewahrheitet. Stattdessen hatten wir jedes Mal in einem der drei (maximal 6 Personen) Whirlpools problemlos Platz – meistens waren wir zu zweit oder zu dritt. Im Vergleich zu einem Hausboot ist es durchwegs geräumig und luxuriös und die vorherige Besichtigung der U-434 hat unser gemeinsames Verständnis von Platzangst und Komfort ohnehin noch kurzfristig angepasst.
Mit Lanyards auf dem Schiff rumzulaufen ist einfach nicht schick, es mag praktisch sein, aber aus unserer einstimmigen Perspektive geht sowas einfach gar nicht. Ganz im Gegenteil, ich hab ein Captain’s Dinner vermisst, dass ich eigentlich nicht kenne und sehr viel Vergnügen gehabt schick mit Kilt oder Hemd am Abend die Restaurants unsicher zu machen. Die Verfügbarkeit von frischen Mangos, Maracujas, diversen Melonen, Erdbeeren und anderer Früchte trägt sehr zur guten Laune von Juli und mir bei – bei Juli ist noch dazu das englische Frühstück, inklusive baked beans ein großes Plus und schmeckt ihr auch nach zehn Tagen noch immer.
Die Engländer verstehen sich im Marketing (Pokemon Go, gratis WLAN und hab ich das großartige Merchandise schon erwähnt – von Rezeptbüchern, Postkarten über diverseste nützliche und wohlüberlegte Geschenkartikel) – und hier reden wir von einer Kirche, die Ausstellungszentren und Besucherzentren der Sehenswürdigkeiten toppen das meist nochmals. Uns war vorher schon ziemlich klar oder wir waren uns halbwegs sicher, dass wir native-speaker als Reiseführer bevorzugen würden – das hat sich bewahrheitet. Übrigens haben wir rausgefunden, dass insbesondere Schotten – aber auch Iren, die Deutsch reden, sich sehr stark nach Holländern anhören.
Die Heritage Sites (UNESCO Weltnaturerbe) von Stonehenge und Giant’s Causeway in so kurzer Zeit (4 Tage) zu besuchen, war überwältigen. Beide sind ewig in unserer Erinnerung verankert. Apropos verankern, die typisch englischen Vorurteile wie (regnerisches) Wetter und (schlechtes) Essen – konnten wir nicht ansatzweise bestätigen.
Wissensvorträge (bei TUI heißen die “Kompass: Wissen”) sind äußerst informkativ, unterhaltsam und eignen sich hervorragend, um sich auf die Landausflüge einzustimmen. Man darf sich aber darauf vorbereiten, dass man von legendären Orten wie Giant’s Causeway auf dieser Cruise von fünf Personen fünfmal eine nahezu idente Geschichte erzählt bekommt – zu unserer Verwunderung erzählen Iren und Schotten diese auch noch gleich.
Ein Business Class Upgrade am Rückflug nach Wien rettet für Juli dann auch noch den Tag, nachdem dieser ja mit einem beschädigten Koffer nicht so toll begonnen hatte.

Und nochmals ganz kurz: 10 Tage – davon 4 Seetage – TOP Wetter – mehr als 2000 Bilder – viel gelacht und (leider nur?) 22 Postkarten geschrieben – persönliche Top 3 von Juli und mir: Stonehenge, Giant’s Causeway und Eden Project. Die besten Reiseleiter waren Jake, Ian und Susan und während wir es anfangs bezweifelt hätten – wir täten’s wieder tun.

Tag Elf – Rückfahrt zum Hafen Hamburg

Den letzten Tag bevor es uns wieder nach Hamburg verschlägt verbringen wir auf See. Ausschlafen und danach gemütlich Frühstücken, ein paar Runden Exploding Kittens (Kartenspiel) am Pooldeck, nachdem wir uns bei Tischtennis (und Fußball mit Lenny) verausgabt haben. Einfach genial, ich hab das Gefühl wir werden lange von den Erinnerungen zehren können die uns die Kreuzfahrt und ihre unvergesslichen Landausflüge vermittelt haben. Ein wenig Zeit im Whirlpool zum Seele baumeln lassen und das finalisieren der gut gekauften aber ungeschriebenen Postkarten lässt unser letztes Highlight der Reise sehr flink auf uns zukommen: das letzte Abendmahl im Blaue Welt Sushi-Restaurant auf Deck 5. Eine gute Wahl, beide japanischen Biere schmecken ­- wie japanische Biere halt so schmecken – gut trinkbar aber charakterlos / flach. Dafür lassen weder die Maki Rollen noch Aal, Thunfisch, Lachs und Oktopus Wünsche offen. Auch ist es einer der Abende wo ich nicht das Gefühl habe, dass wir uns danach aufs Zimmer rollen lassen müssen. Bis 23:00 müssen wir fertig gepackt haben, Juli und ich haben das irgendwie schon am Nachmittag geschafft und gönnen uns einen Ausklang der Reise – erst wartend auf unseren Pianoman, der leider am letzten Abend nicht im Atrium ist aber uns zuvor beim Sushi schon verwöhnt hatte und danach noch mit einer unvernünftigen Portion Pommes, die vom Grillmeister unseres Vertrauens nochmal zusätzlich unvernünftig groß gestaltet wird – ein würdiges Ende wie Juli und ich finden. Die Nacht wird etwas unruhiger, ich nehme an es waren die Gepäckbewegungen unter Deck, aber wer weiß das schon… Morgens gibt es dann nach dem Anlegen und den letzten Packaktionen ein genüssliches Frühstück, Getummel beim von Bord gehen, ein wenig Ärger mit einem beschädigten Koffer von Juli, den wir nach dem Urlaub einschicken müssen und regnerischem Wetter in Hamburg. Aber was soll es – diese Kleinigkeiten ruinieren uns nicht den unvergesslichen Urlaub in den britischen Inseln.

Tag Zehn – Salisbury & Stonehenge

Die Einfahrt in den Hafen von Southhampton war nicht vergleichbar mit der gestrigen in Falmouth, das Spektakel Naturhafen in Tenderposition war zeitlich suboptimal aber ganz klar etwas, dass man gesehen und erlebt haben sollte. Heute steht ein ganz besonderes Highlight auf unserer “Kultur-Speisekarte” – und zwar geht es nach Stonehenge und Salisbury. Es ist der erste Ausflug bei dem deutlich mehr Leute in der Bar (Treffpunkt vor Abreise) warten und die beiden Busse sind gut gefüllt. Wir kommen zu unserem Reiseleiter Jake in den zweiten Bus und erfahren, dass der Ausflug in umgekehrter Reihenfolge stattfinden wird, d.h. wir fahren als erstes Salisbury und danach Stonehenge an. Aber wir sollen es nicht bereuen, da vormittags um die Steinkreise immer sehr viel los ist, erklärt Jake. Während der Busfahrt bittet Juli zum Glück nach kurzer Zeit unsere Reisebegleiterin Eva an, ob wir zusätzlich zu ihrer Übersetzung auch Jakes “Originalton” hören können – super Sache und ein deutlich geringerer Informationsverlust als bei den Übersetzungen die in der ersten Reihe von einer zugegeben bemühten, aber nicht sehr fähigen Eva unternommen werden. Außerdem kommen wir in den Genuß eines fabelhaften britischen Akzents, der meiner Meinung nach nur Ian ein wenig nachsteht, in der angenehmen Art zu sprechen und uns über die Geschichte der Plätze zu informieren, die wir besuchen (und uns für Salisbury auch ein ausgezeichnetes Fish & Chips Lokal empfiehlt, dass wohl auch von > 50% der Leute besucht wird.)
Salisbury selbst zeigt uns die beeindruckende Marienkathedrale und ihre Ausgabe der vier erhaltenen, in lateinischer Sprache verfassten und auf Tierhaut geschriebenen Magna Carta. Selbst dort in der Kirche verstehen es die Engländer stil-, liebevolles und sehenswertes Merchandise anzubieten. Kaum 100m weiter fallen wir in einen legendären Fudge-Laden ein – bei dem Geruch hatten wir auch wirklich keine Wahl. Wir nehmen uns alle ein wenig Wegzehrung mit auf den Spaziergang durch die schicke Stadt, die vor knapp 800 Jahren erbaut wurde.
Circa 20min weiter mit dem Bus fahren wir nach Stonehenge, der Weg dorthin ist – ja, Weg halt – auch die Informationen über die alte Druidenstätte ist wenig Neues – die Mysterien sind ja mannigfaltig. Aber sobald man in die Nähe des Besucherzentrums kommt, den (yay, englischsprachigen) Audioguide und die Karte erhält, kann uns kaum etwas halten – gut, wir lassen den Tross der anderen 50 Leute mal in den ersten Shuttlebus und nehmen gemütlich den Nächsten. Ich bin mir nicht sicher, ob es die hohe Erwartungshaltung war, aber es war einfach unglaublich genial. Einerseits der Steinkreis mit den kleineren Steinen aus Blaustein in der Mitte, die trotz der knapp 7 Tonnen Gewicht von Wales hierher geschleppt wurden (vor tausenden Jahren), aber auch die größeren 40 Tonnen Sarsen-Steine, die nicht nur schwer sondern auch extrem hart sind – alles hier hinterlässt einen Eindruck von “one of a kind”. Jede Perspektive und jeder Winkel bei den beiden Umrundungen gibt zwei tolle Bilder ab, ein geniales im Kopf und hoffentlich auch ein brauchbares von der Kamera. Die Wege sind toll gestaltet, sodass man trotz des Besucherandrangs immer einen guten Blick behält. Auch die freundlichen Angebote verschiedenster Leute Fotos von einem zu machen, tragen einfach zu dem genialen Ausflug bei. Wir sind alle verzückt als wir zurück ins Besucherzentrum und zur Ausstellung kommen, für die beide eigentlich gerade noch etwas Zeit ist – aber hey, die Steinkreise waren jeden Weg wert und jede Minute war perfekt investiert. Abends entspannen wir uns noch mit ein paar Cocktails an Board und gehen gemütlich im Atlantik essen, der Hauptgang (Hochrippe vom Rind) schmeckt allen – auch sonst wieder ein kulinarisches Highlight wie immer.

Tag Neun – Eden Project und Falmouth

Früh morgens treibt es uns am neunten Tag aus den Federn, wir liegen im drittgrößten Naturhafen den es gibt – Falmouth. Die beeindruckende Festungsanlage Pendennis liegt über uns der zweite Teil ist auf der anderen Seite der Stadt (St. Mawes) den wir leider nicht sehen werden, aber man kann ja wiederkommen, das ist hier durchwegs einladend genug um darüber nicht nur nachzudenken. Wir sind hier in einem Tenderhafen, das bedeutet wir werden mit Booten an Land gebracht und da unsere Liegezeit nicht übermäßig lange ist, verlassen wir das Schiff schon vor 08:00. An Land werden wir von einem Hamburger begrüßt (Name hab ich verdrängt) – ich denke wir sind die vier in unserer Reisegruppe die es nicht so toll finden, dass uns jemand in Norddeutsch seine Highlights hier erklärt, wir hätten lieber einen Briten gehabt. Nun ja, der Weg in Richtung des Eden Projekts führt uns durch ein paar kleine Städtchen, Cornwall zeichnet sich durch eine besondere Form der Parzellierung aus, wo jedes Grundstück komplett umgeben sein muss und die mit Hecken gemischten und begrünten Mauern geben ein eigentümliches, wunderschönes Landschaftsbild.
Kurz nach 09:00 kommen wir am Parkplatz des Eden Projects an, es sind zwei bis drei Autos vorhanden, aber wir sind die erste Reisegruppe und können mit unseren Eintrittskarten sehr schnell an die Biome ran. Erster Schritt ist das Educational Centre – wo wir auch die Ausstellung “The invisible me” sehen, eine liebevoll aufbereitete Ausstellung zu den Mikroorganismen im menschlichen Körper – von denen die uns jeden Tag begleiten an der Haut bis zu den mannigfaltigen Symbiosen die wir in unserem gastrointestinalem System haben, wie gesagt liebevoll und kindgerecht aufbereitet. In dieser Ausstellungshalle “The Core” werden weitere Details zum Eden Projekt und der Entwicklung seit 2001 gezeigt und auch geniale Maschinen und Ideen gezeigt.
Der frühmorgendliche Sprühregen hat die vielfältige Pflanzenwelt mit feinen Tröpfchen übersät, die alle fotografiert werden wollen. In den Gärten sind ein paar bronzefarbene Metallspinnen in Übergröße versteckt, auch sehr kreativ wenn man von düsteren, schwarzen Augen fixiert wird. Nachdem es etwas zu feucht wurde sind wir dann auch in die Biome hineinspaziert. Der kleinere Biom war nicht so stark besucht und zeigt uns Fauna aus dem mediterranen Raum, gefolgt von einem Indian Pale Ale für die Jungs und einem Chai für die Mädls freuen wir uns schon, dass wenig los ist. Zu früh gefreut, kaum gehen wir in den tropischen Biom hinein, werden wir kontinuierlich durchgeschoben, die Palmenvielfalt ist hier noch größer als in der kornischen Riviera, die uns mit ihrer Artenvielfalt schon bei der Herfahrt in Staunen versetzt hat. Die Wege sind mit einer schier endlosen Vielfalt an Informationen ausgestattet zu Umwelt und man spürt die Liebe zu Detail und unserem Planeten. An den Cashews angekommen erklärt uns einer der Projektmitarbeiter was wir bislang nur vom Preisschild vermuten konnten, Cashew Ernte ist ein Knochenjob mit geringem Ertrag und hohem Aufwand für viele Leute die mitarbeiten. Als das Makroobjektiv langsam zu rauchen beginnt haben wir den zweiten Biom auch hinter uns gelassen und müssen, wie jedesmal feststellen, Marketing & Merchandise wird hier verstanden und gelebt. Der Rückweg durch die Gärten wird mit ein paar Umleitungen zum Irrweg 3.1 – aber mit Sonne über uns ist es gerade noch so auszuhalten, wir wollen ja nicht mehr jammern als unbedingt und absolut notwendig. Beim Verlassen lesen wir ein “Come back soon and see how we’ve grown” – eine Einladung die wir wohl in positiver Erinnerung behalten werden. Nachher schaffen wir noch eine kleine Runde in Falmouth und genießen eine Pastry, eine typische Spezialität, der ich ja etwas skeptisch gegenüber gestanden wäre, aber Juli ist da deutlich mutiger als ich – was ich auch keinen Augenblick bereue. [sarcasm] Und wir werden hier ja ein ums andere Mal von Hunger angetrieben. [/sarcasm] Das Städchen ist wunderschön, die Menschen freundlich und die kleinen Gassen und die Hafenanlage entlockt uns mehr als nur ein Lächeln bevor wir uns wieder auf den Weg zurück an Bord machen mit einem schicken kleinen Boot dessen Kapitän in der Hafenanlage abbiegt und uns mit den Worten beruhigt “Don’t worry guys, we’re not lost” – er findet tatsächlich das kleine Mein Schiff 1 und wir legen in Richtung Southampton ab – voller Vorfreude auf Salisbury und Stonehenge.

Tag Acht – Seetag

Tag Acht führt uns nochmals zu Erholung pur, nebst eines späten Frühstücks sehen Juli und ich uns das Obstschnitzen in der Außenalsterbar an und sind verblüfft wie man mit einem kleinen Messer aus verschiedenen Früchten in kürzester Zeit einen Pinguin und eine Eule zaubern kann, oder mit ein paar geschickten Handgriffen eine Wassermelone mit einem Relief aufhübscht aus dem uns ein Papagei entgegenlacht. Da wir die Seetage nutzen um uns auch ein bisserl historisch Weiterzubilden, gehen wir als nächstes zum Vortrag “Kelten, Gärten, Cornwall” und lernen es gibt sehr viele schöne Seiten des Südwestzipfels der Insel, und mit den Scilly Islands auch eine sehenswerte Erweiterung dieser.
Vor dem Mittagessen knotzen wir am Heck des Schiffes mit Spielkarten herum, ich lerne das Spiel “Schnauzer” und wir spielen auch eine Runde Mau Mau und eine Runde Rommy/Jolly. Solange bis uns der Gusto zu frisch gegrillten Garnelen ins Gosch-Sylt treibt. Nach dem Essen geht’s weiter in den Whirlpool und von dort zum Saunaaufguss mit nordischem Nadelgehölz um den krönenden Abschluss mit einer Wohlfühlmassage zu zweit zu finden. Apropos finden, wir finden um kurz nach 21:30 sollten wir uns noch einen Burger und Pommes gönnen und lassen danach, wie so oft, den Abend im Atrium mit Pianoklängen ausklingen.

Tag Sieben – Dublin

Der erste Blick aus dem Schiff morgens war ja nicht wirklich sehr einladend, die riesigen Guiness Tankanhänger luden zwar zum Schmunzeln ein, aber die Stadt hatte aus Hafensicht sehr wenig Charme. Zum Glück änderte sich das schon beim Verlassen der Rampe als wir von der irischen Musik dreier, junger Musiker begrüßt wurden. In Dublin hatte ich selbst die Keystones unserer “Should-see”‘s festgelegt und um uns etwas orientieren zu können, gab es erstmals für € 10 (24h) eine Hop-on/off Tour entlang der violetten Route. Sehr zu empfehlen, man kommt an den wichtigsten Orten der Stadt vorbei, idealerweise sitzt man im Stock oben und kann noch die Sonnenstarhlen genießen dabei. Vom Trinity College, der riesigen Grünfläche des Dublin Zoos und des War Memorials, dem Guiness Storehouse. Der Busfahrer war übrigens mindestens genau wichtig wie die Informationen die es rundherum gab, direkt beim Guinness Storehouse musste er uns ja auch von dem tragischen Unfall erzählen zu dem es am Samstag gekommen ist.
Die wieder aktive Destillerie T…. in der Stadt bis zum Spire, für den die Iren, wie für alles andere sehr liebevolle Nicknames haben (Stiffey at the Liffey oder Stiletto in the Ghetto), waren es einige sehr sehenswerte Orte die gepaart mit einer netten Audiotour (Kopfhörer nicht vergessen, obwohl es gibt im Zweifelsfall auch Gratisdinger) und einem humorvollen Busfahrer einen tollen Einstieg in die Stadt verpassen. Dublins Architektur ist alleine schon die Reise wert, die liebevoll wirkenden Pubs und Geschäfte sorgen dafür, dass die gesamte Stadt ein sehr lebenswertes Flair hinterlässt ab den ersten Minuten die man hier verbringt.
Wenn wir beim Spire den Hop-off vom Bus machen verschlägt es uns nachdem wir uns in ein Souvenirgeschäft verlaufen haben gleich zum nächsten Höhepunkt unseres Dublintrips, dem Leprachaunmuseum. Es ist mehr das liebevolle Storytelling von Nora als das eigentliche Museum, dass uns hier ein Lächeln vermittelt und uns einen Zugang zu den Fabelwesen und Mythen des Landes gibt. Mittlerwelie haben wir die Geschichte des Giant Causeways zum dritten oder vierten Mal in voller Pracht gehört, zumindest wissen wir, dass die Schotten und Iren die gleiche Story erzählen und zum Glück ist die ist ja auch hörenswert. Wir streunen vom Norden des Liffeys wieder Richtung Trinity College wo wir gegenüber im wundervoll eingerichteten Bank Pub eine Stärkung zu uns nehmen, das Bier ist von mäßig (Roberts IPA) zu brauchbar (Markus’ IPA) aber das Essen ist wirklich optisch und geschmacklich sehr gut, Juli genießt ebenso wie Kathi das Soup & Sandwich special, während Robert Fish & Chips knabbert und Markus den Superfood salad.
Nachdem wir einigen Opas und Omas dabei zugesehen haben, wie sie Molly Malone an die Brüste grapschen und selbst noch das eine oder andere Selfie mit der guten Fischverkäuferin erhaschen machen wir uns auf den Weg nach Norden um durch die Einkaufsstraßen von Dublin zu ziehen, dabei stolpern wir über ein paar geniale Läden unter anderem “….” in der Andrew Street, der mit seinen Kleinigkeiten für jeden Anlass ein dauerhaftes Lächeln auf unseren Lippen hinterlässt. Ich darf erstmals in meinem Leben in einen Disney Store und stelle entsetzt fest, dass Marvel offensichtlich auch von Disney gekauft wurde. In einer riesigen Mall namens St. Stephen’s Green finden wir noch ein hübsches Kleid für Juli und eine weitere passende Kopfbedeckung für Robert und entscheiden uns die Dublina, das mittelalterliche Museum von Dublin auf den nächsten Besuch hier zu verschieben. Unser letztes Ziel wäre Tee im Peacock bei der Christ Church Cathedral gewesen, aber hier kommen wir Augenblicke zu spät – naja, vielleicht war es besser so da die Teepause im Queen of Tarts nicht nur ein Augenschmaus sind und wir wieder gestärkt uns durch die zahllosen Pubs und kleinen Geschäfte um Temple Bar wieder zurück zum Bus am North Merrion Square aufmachen. Fazit des Tages – Dublin in einem Tag reicht nicht. Die Stadt ist grün und liebenswert schön, dürfte aber mit Einbrüchen und Diebstählen zu kämpfen haben, wir kommen trotzdem wieder.

Tag Sechs – Greenock

Über Nacht sind wir von Belfast nach Greenock gekommen. Die morgendliche Einfahrt in den Hafen war ruhig und direkt danach gab es ein ausgiebiges Frühstück – nicht, dass bei uns irgendjemand noch das Wort Hunger kennen würde. Morgens lernen wir dann Ian kennen der uns auf unserer Reise zum Culzean Castle begleiten wird, er hat eine angenehme, ruhige Stimme und vermittelt uns ein paar Eigenheiten der Landschaft, der Bevölkerung und der Geschichte dieses Landstriches. Die Rundfahrt durch Südwestschottland lässt keine Wünsche offen, nach dem ersten Regen der uns schon beim an Land gehen erwartet wird das Wetter kontinuierlich besser und die Grüntöne werden immer tiefer, die Landschaft lässt keine Wünsche mehr offen. Nach knapp zwei Stunden sind wir in Culzean Castle angekommen, die Einfahrt auf das Gelände des Schlosses lässt uns viel erwarten, gepflegte Gärten und ein Schloss direkt an den Klippen des Atlantiks. Der Eingangsbereich ist eine Waffenkammer die formschön Musketen, Handfeuerwaffen, Dolche und Schwerter in unterschiedlichen runden Formen angeordnet zeigt. In einer Kammer nach dem ovalen Stiegenhaus spielt ein Duo alte keltische Melodien und singt für uns, sie waren vor mehr als einem Jahrzehnt in Österreich und haben bei Karl Moik’s Musikantenstadl gespielt. Der zweite Teil unseres Tagesausflugs führt uns nach Ayr, am Weg dahin erleben wir einen sogenannten “elektrischen Hang” – man hat das Gefühl, dass man nach oben fährt und in Wirklichkeit geht es bergab. Das war auch entsprechend beschildert – eine ordentliche Übersetzung gibt es aber für uns nicht.
In Ayr angekommen genießen wir erstmal richtige Fish & Chips an einem kleinen Laden an der Küste und machen danach die Stadt ein wenig unsicher. Der “Hayrdresser” ist ein ganz gut im Gedächtnis gebliebenes Wortspiel und auch sonst hat das kleine schottische Städchen viel Charme. Das obligatorische Pint im Pub schaffen wir nicht, weil wir beim Streunen durch die Straßen ein wenig zu viel getrödelt haben, macht aber nix, das beste Pub stinkt so ekelhaft nach Klosteinen, dass uns der Abschied nicht schwer fällt. Auf der Rückfahrt sind wir auf dem Weg der schottischen Küste und bekommen noch ein paar Infos zu Glasgow, das nebst Edinburgh sicherlich auch eine Reise wert ist. Das Motto des Tages lautet eindeutig “Haste ye back to Scotland!”
Zurück am Schiff freuen wir uns über einen gemütlichen Checkin, die tägliche Sicherheitskontrolle ist an Land vorgelagert und verläuft sich so etwas mehr, nebst ein paar Kiltaccessoire-läden und Krimskrams den man noch unbedingt besichtigt bevor man wieder den ersten von drei Cocktails an Bord schlürft. Ein paar Minuten später haben mich Juli, Kathi und Robert auch zum Bingo eingeteilt – Kathi gewinnt die dritte Runde und den Tagesjackpot. Der Abend klingt feuchtfröhlich aus und so jedes Detail ist dann auch gar nicht mehr vorhanden oder so wichtig.

Belfast calling – also eigentlich war’s ja “nur” der sensationelle Giant’s Causeway (aka Tag fünf)

Tag fünf führt uns entlang der Küste zum Giant’s Causeway, leider haben wir ein kleines sprachliches Problem und deuten “Küstenrundfahrt” als Bootstour. Bevor wir dann wider Erwarten zum Bus kommen, fährt die Ambulanz weg, wir machen uns ein wenig Sorgen, nehmen das aber bei knapp 2500 Leuten an Bord nicht als ungewöhnlich zur Kenntnis. Überhaupt beim Altersschnitt von geschätzten 50 Jahren kann schnell mal etwas passieren oder einer der wenigen Jugendlichen hat’s übertrieben.
Jetzt haben wir, wie gesagt mehr aus einem Missverständnis heraus,  eine laaaaange Bustour gebucht mit Tee-, Kaffeepause und einem traditionell irischen Mittagessen das neben einem Rindsbraten mit Gemüse, Erdäpfel als Mash und in frittierter Form mit Gravy enthält. Wir fahren mitunter durch die Stadt Bushmills namensgebend für den irischen Whiskey und man merkt die Stadt ist sehr stark auf den Tourismus dazu ausgelegt. Mittlerweile gehören die Nordiren allerdings einem mexikanischen Tequilakonzern und das dürfte die Lokalen doch ein wenig im Nationalstolz kränken. Das ist in Nordirland wohl ohnehin eine große Sache nebst dem vor achtzehn Jahren erst beendeten Bürgerkrieg der im Vergleich die Berliner Mauer und alles um diese herum wie ein Kindergartenspiel aussehen hat lassen. Täglich die Bedrohung durch Heckenschützen, in 30 Jahren knapp 3.500 Tote – zahllose Bombenattentate durch die verfeindeten Fronten der IRA und der Ulfer Republicans – klingt nicht gerade sehr nach einem angenehmen Platz zu leben, aber zurück zum Ausflug, die Busfahrten waren lang und “Lassie” unser Guide hatte im Schatten von der brillianten Susan gestern nur wenig Chancen uns wirklich zu begeistern. Insbesondere wo die Tour am Giant’s Causeway den einzig echten Höhepunkt hatte. Die Basaltformationen sehen aus als wären sie viel, aber nicht zufällig dort gelandet und auch die Geschichten des Riesens Fin, der knapp 16m groß gewesen sein dürfte und seinen schottischen Rivalen zu einem Zweikampf herausgefordert hatte und ihn mittels einer Täuschung die sich seine Frau ausgedacht hatte besiegt – hat die Erinnerung an diesen wunderschönen Ort mit einem wohligen Gefühl verewigt – sehenswert ist ein viel zu schwaches Wort um den Platz zu beschreiben. Übrigens die Ambulanz heute morgen hat unseren Kapitän abgeholt, der Schwede ist nicht wieder zurückgekommen und der neue Kapitän ist ein Grieche. Seltsam..

Vierter Tag – Seetag

Nach einem gemütlichen Aufstehen und dem aktiven Vermeiden des Atlantik Lokals, das für den morgendlichen Start einfach deutlich schlechter ist als das Frühstück beim Buffet. Das tägliche Omelett mit Käse, Zwiebel, Paprika und Tomaten oder auch ein klassisches englisches Frühstück von Juli, der Abschluss mit einer knusprigen Waffel mit Ahornsirup – es lässt sich leben, also gerade noch so. Dann bekomme ich noch die Überraschung des Tages mitgeteilt, ich bin um 17:10 bei der Wellenbrecher Männerkosmetik. Noch weiß ich nicht was mir blüht, aber schauen wir uns das doch mal an.
Damit wir nach getaner Essensarbeit den Tag nicht zu hart beginnen, geht es weiter ins SPA zur Massage für Kathi und zum ersten Saunagang in der Horizont Sauna – mit breitem Panorama und gutem Überblick. Bei der Ruhe nach der Hitze schlafen Lucky und ich am Außendeck ein, als wir aufwachen ist Juli nicht hier. Also machen wir uns auf den Weg zum Vortrag über die Tudors und die Stuarts. Wo wir nicht ansatzweise rechtzeitig ankommen, aber trotzdem noch ein bisserl etwas lernen. Nach so viel Action in der Sauna gönnen wir uns Tee, Kuchen und ein kleines Eis, wo wir Kathi und Juli auch wieder antreffen.
Dann geht es natürlich zurück zum SPA auf Deck elf und zum nächsten Saunagang mit Wahnsinnsaussicht. Mittlerweile (knapp nach 16:00) ist es aufgrund des begehrten Aufgusses deutlich gefüllter, also nutzen wir die gähnende Leere der Tea Lounge zum Ausruhen.
Die “Wellenbrecher” Männerkosmetik ist erholsam, entspannend und entlockt mir wieder die Wahrnehmung, wie viele kleine Schmerzen unsere Frauen täglich wegstecken um Häärchen und Mitesser zu entfernen. Aua, aber ich werde ja mit einer Kopf und Schulternmassage entschädigt und fühle mich erholt. Zwischenzeitlch so sehr, dass ich einen Augenblick einnicke nur um von meinem ersten, kleinen Schnarchen wieder aufgeschreckt zu werden. Ja, sehr entspannend…
Die nächste Verabredung haben wir im Surf & Turf, also in Schale geschmissen und auf zu Wagyu und Langusten, begleitet mit österreichischem (wir riskieren ja besser mal nix beim Wein) Chardonnay aus der Südsteiermark. Ja, so lässt es sich aushalten. Nicht, dass am Seetag zu viel Stress aufkommt und eventuell mal der Bauch ein paar Sekunden hat ohne etwas zu tun.
Wir stellen unsere schicken Kleidungsensembles dann noch vor die Kamera bevor wir Lenni abholen und den Abend ausklingen lassen.