31 Tage RPG-Quest 17/31 – Gibt es einen Spieler oder Charakter der Dir imponierte und falls ja, hast du versucht ihm nachzueifern?

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Spieler

Ja, ich hatte das Glück, dass ich lange Zeit mit guten Freunden gespielt habe und zwei davon haben bleibenden, prägenden Eindruck hinterlassen. Einer davon war Ludwig Sass (aka Ravenderon) und der zweite Stefan Heiss (mit dem ich leider vor längerer Zeit den Kontakt verloren habe -allerdings eher aus Distanz und Zeitgründen und nicht aus Gründen der Unauffindbarkeit). Beide waren für mich die Spieler, die in jungen Jahren (HTL Zeit) einerseits inspirierende Spielleiter waren, andererseits Spieler die meiner Empfindung nach mehr auf richtiges Rollenspiel geachtet hatten als ich es zu dieser Zeit gemacht habe. Weltenschaffen, Kreaturen schaffen – Stefan hatte seinerseits ein gesamtes Spiel ohne Würfelwürfe in einer Runde die letztendlich nur mehr Geschichten erzählte geschaffen und ich muss gestehen – es war eine Erfahrung. Auch wenn mir “etwas” fehlte – so das gelegentliche Würfeln macht es für mich schon aus. Ludwig hat mir auch gezeigt, dass ein Spielleiter mit Humor kleine Niederlagen hinnehmen sollte und kann. Ich kann nur sagen, zwei Spieler von denen ich in jungen Jahren viel mitgenommen habe und die mich geprägt haben.

Charakter

Charaktere gab es wenige aus den Spielrunden aber insbesondere aus Büchern die mich inspiriert haben und ich halte mich da an populäre Vorlagen, die viele meiner Charaktere geprägt haben. Pharaun Mizzrym, Liriel Baenre und Drizzt Daermon N’a’shezbaernon waren die prägenden Dunkelelfen, die mich immer wieder dazu aufgerufen haben Dunkelelfenkampagnen zu starten als Spieler und Spielleiter. Natürlich der obligatorische Elminster Aumar und der schattenhafte Erevis Cale, letzterer war auch Inspiration für meinen Lieblingscharakter. Und dann natürlich noch der Charakter, der mich in erster Linie dazu gebracht hat vom Computerspiel Azure Bonds zum Rollenspiel AD&D zu wechseln und in Folge den Roman Curse of the Azure Bonds zu lesen, obwohl ich damals wirklich mies in Englisch war: Alias.

Ich lasse mich gerne von den Eindrücken und Visionen der Autoren mitreißen, die Inspiration einzelner Geschichten ist einfach ein großartiger Startpunkt für Abenteuer, egal auf welcher Seite des Spieltisches. Überhaupt ist Lesen eine großartige Beschäftigung.

(Ost)Kanada 2013

Kanada 2013

Nein, es war kein ins kleinste Detail geplanter Urlaub. Aber lange vorbereitet und erwartet. Ein Wunsch den meine Frau und ich uns erfüllen wollten und ein mehr als dreiwöchiger Ausflug der uns hoffentlich ewig in Erinnerung bleiben wird. Ich für meinen Teil habe keine Zweifel daran.

Begonnen hat das ganze mit einem Flug Wien – Toronto, mit Austrian Airlines (Economy Class) – wenn man Turkish Airlines Flüge (z.B. nach Istanbul) gewöhnt ist empfehle ich das schon mal niemandem. Die Economy Class ermöglicht bestenfalls kurzes Dösen, an Schlaf kann man kaum denken – es ist laut und die Snacks und Getränke lassen zu wünschen übrig, aber ich nehme an das gehört so – ist ja Economy Class und die Airline dürfte sehr wollen, dass jemand der bequem reist Business Class bucht.

Toronto Teil 1

EichhörnchenIn Toronto angekommen haben wir unser Mietauto in Empfang genommen. Nach kurzem Upgrade, da wir etwas viel Gepäck hatten, haben wir einen Nissan Altima mit bislang 300km übernommen. Nach knapp 4.000km die ich mit dem Auto gefahren bin darf ich sagen: grundsätzlich eine positive Erfahrung. Ich bin kein übermäßig begeisterter Automatik Fahrer, aber es war durchwegs ein verlässliches Auto, dass viel Platz bietet und insbesondere in den entlegeneren Gegenden Kanadas mit solidem Satellitenradio auch für Unterhaltung und Informationen unterwegs gesorgt hat. Erste Station war Bonnevue Manor, und eine ganz klare 9 von 10 Punkten Empfehlung. Das exzellente Frühstück wird nur von der Gastfreundlichkeit des Besitzers (Glen) überboten. Die Zimmer (wir hatten Balkon) sind sicherlich nicht das günstigste Quartier Torontos, aber mit der guten Lage direkt zwischen Queen Street und King Street (mit Public Transport ca. 15min westlich des Stadtzentrums) war es eine großartige Ausgangslage für unsere Stadttouren, sowie um Ruhe zu finden und morgens wieder aufzutanken. Abends dann der erste Ausflug entlang der Queen Street ins Zentrum der Stadt – gefühlt würde ich sagen sind wir jeden Tag in Toronto mindestens 15km gegangen. Von Toronto gab es unter anderem einen Tagesausflug zu den Niagara Fällen, nicht zuletzt, da wir zu Weihnachten einen Helirundflug geschenkt bekommen haben. Dazu bietet es sich an in dem wunderschönen Örtchen Niagara-on-the-lake einen Zwischenstop zu machen und etwas die Auslagen zu bewundern. Leider war es unser erster Reinfall den wir essenstechnisch hinnehmen mussten aber trotzdem hat dieses Örtchen einen bleibenden Platz hinterlassen auf dem Weg zum Wasserfall. Ost-Kanada-31 Gut zu wissen ist auch, dass Niagara Falls übrigens eine unterschiedliche Ortschaft jeweils in Kanada und in den USA ist. Die Fälle selbst kann man schon aus der weiteren Distanz (bei gutem Wetter sogar vom CN Tower in Toronto) erkennen, da das Wasser hoch hinaus sprüht – ein toller Anblick wenn man die Fälle erreicht hat. Wenn ich mich richtig erinnere sind es so knapp eine Million Badewannen pro Sekunde die unglaublichen Wassermassen die hier unweit Torontos den Wasserfall hinabbrechen und gleichzeitig die Grundlage für knapp 1/3 der benötigten Energie Torontos. Der Heliflug war ein definitives Highlight. Eine unglaubliche Perspektive, die sich eigentlich gar nicht “so” auf Bildern festhalten lässt. Ost-Kanada-54Los ging es in Virgil und der Rundflug (ca. 25min) über Niagara Falls und den gesamten Fluss zurück zum Lake Ontario. Es ist sicherlich etwas zu laut (trotz Kopfhörern) um ein perfektes Sightseeing Erlebnis daraus zu machen, aber es war in jedem Fall unvergesslich.

Kingston und der Sandbanks Provincial Park

Eine Empfehlung die auf Glen aus Bonnevue Manor zurückgeht und die wir als ausgesprochen sehenswert empfanden ist der Sandbanks Provincial Park. Da wir ohnehin einen Zwischenstopp auf dem Weg nach Ottawa (haben wir aus Buchungsgründen auf Montréal geändert) machen wollten, bot sich das am Weg gelegene Kingston an. Am Weg dorthin liegt südlich von Belleville der Sandbanks Provincial ParkOst-Kanada-65. Also direkt am Lake Ontario Sanddünen und Sandstrände, weiter als man zu gehen vermag. Selbst Ende September ist bei gutem Wetter, wovon wir mehr als ausreichend hatten, der Strand ausgesprochen sehenswert und begehbar. Es passt einfach super in die Landschaft und bringt Abwechslung in das kanadische Landschaftsbild.

Die Übernachtung in Kingston war im Seven Oaks Motel, eine durchwegs angeneheme Motelübernachtung, wenngleich ein wenig zu laut durch immer wieder vorbeifahrende Züge, wenn ich mich richtig erinnere. Das fehlende Frühstück wurde uns primär aufgrund des wirklich sehr guten Frühstücks in Toronto bewußt, da half auch der Einkauf von Schoko-Soymilch und Orangensaft nur marginal für einen ähnlich guten Start in den Tag. In Kingston haben wir uns dann erstmals ein nettes Kaffeehaus gesucht und kurz 1000 Islands Cruise gegoogelt und sind fündig geworden – leider konnten wir uns den $5 (gesamt $10) Gutschein nicht ausdrucken und er wurde nicht von der Cruise-Gesellschaft anerkannt – Ost-Kanada-77das hat uns fast zum “Pfeif drauf” geführt, aber wir waren zum Sight Seeing in Kanada, und die 1.000 Islands Cruise war schon durchwegs sehenswert und geschichtsträchtig, deswegen zähneknirschend bezahlt und eine sehenswerte kleine Rundfahrt gemacht. Der Weg nach Montréal hätte dann so gegen 15:00 beschritten werden sollen und gegen 17:30 zu Ende – wäre da nicht der kleine Stau in Brockville gewesen der diese Reise um knapp fünf Stunden ausgedeht hat, letztlich waren wir knapp vor 22:30 in unserem B&B in Montréal angekommen.

Montréal

Die Auberge Manoir Ville-Marie war insbesondere frühstückstechnisch ein ziemlicher Reinfall, die Unterkunft sonst war groß und die Lage in Ordnung. Der erste Fehler nach Ankunft war, die Ratschläge zum Ausstieg und die Stationen der U-Bahn nicht ganz exakt zu lesen, so sind wir anstelle am Place des Arms am Place des Arts gelandet und haben dort relativ verzweifelt die große Notre Dame von Montreal gesucht.Ost-Kanada-84

Meiner Meinung nach hatte Montréal trotzdem schöne Ecken, es ist halt vom Stadtbild keine attraktive Stadt, aber man ist als Österreicher, der Wien gut kennt einfach ein wenig architektonisch verwöhnt. Montréal dagegen bietet in einigen Gegenden halt primär das Hochhausflair einer Großstadt und nicht Mal dieses. Sehenswert waren in jedemfall Vieux-Montréal davon insbesondere der alte Hafen und die Rue St Paul. Allerdings ein wenig befremdlich empfand ich, dass nahezu jede Straße im frankokanadischen Teil Saint… hieß. Irgendwie nicht nachvollziehbar, aber gut.Ost-Kanada-88

Den zweiten spannenden Teil von Montréal fanden wir mit dem Mont Royal, dem Hausberg Montréals an dessen Fuß wir eine freundliche & nette Bäckerei ausgemacht haben: Patisserie La Ruche eine 4,5 von 5 Sterne Empfehlung von der wir auch die Rue Saint Denis, die in der Umgebung wahrscheinlich bekannteste und nicht zu unrecht empfohlene Einkaufsstraße gefunden haben. Auch sehenswert.

Am Tag vor unserer Abreise aus Montréal haben wir uns dann das Stars und Sternchen Lebensgebiet und das Erholungsgebiet der Montréaler angesehen – Saint-Agathe-des-Monts – ich würde sagen im Indian Summer bleibt nichts anderes als atemberaubend zur Beschreibung schon alleine der Wegstrecke. Es war definitiv den Ausflug wert und etwas, dass man den Montréalern dann neben ihrem Hausberg ein wenig neidig sein kann. Für uns war es dann aber wieder genug hier und wir machten uns auf den Weg in die Hauptstadt Québecs nach Québec City.

Québec Stadt, der Chute Montmorency und ein Frühstück für Götter

Ost-Kanada-110Unser nächster Stopp war etwas weiter im Nordosten angesiedelt und führte uns nach Québec Stadt unser Quartier war in Cháteau-Richer angesiedelt, etwa 25 Autominuten entfernt und wir haben es nicht bereut, ganz im Gegenteil. Wir kamen am Nachmittag in Cháteau-Richer in unserem B&B “Gîte Un air d’été” (ein Hauch Sommer, wenn ich mich richtig erinnere) an und wurden von der Tochter der Besitzerin kurz herumgeführt. Jacuzzi am Zimmer, überdachter Whirlpool im Garten, daneben ein Pool, eine eigene kleine Insel mit Wasserfontäne und ein Frühstück, dass seinesgleichen sucht. Ich bin ja zugegeben nicht so der große Frühstücker, mir reicht oft ein Glas Orangensaft oder eine Tasse Tee zum Frühstück, aber was Linda jeden Tag für uns gezaubert hat, hat uns nicht nur davon abgehalten mehr als eine kleine weitere Mahlzeit am Tag zu uns zu nehmen, sondern insbesondere die mit viel Geschick zubereiteten lokale Spezialiltäten waren einfach ein Einblick in eine ganz besondere Form der Kulinarik. Es war bezaubernd.

Ost-Kanada-109Aber genug den Schwärmereien für das Frühstück, auch Québec Stadt weiß zu verzaubern und das schon am ersten Abend, als wir die Montmorency Wasserfälle aufgesucht haben, welche unweit unseres Quartiers auf uns gewartet haben. Seitlich, direkt im Schiefergestein des kleinen Vorsprungs gibt es einen gesamten Stiegenpark, der zur Begehung der Chutes wunderbare Auflegeplattformen für Photos bietet. Die gesamte Anlage wird (nicht zu unrecht) von dutzenden Québecern für ihren Morgen und Abendsport genutzt, zumindest bot sich uns das Bild in dieser Form. Die bunten Blätter der Umgebung waren wundervoll und die abendliche Beleuchtung hat uns für den nicht geplanten Wiederaufstieg entschädigt, welcher aufgrund der eingeschränkten Zeiten der Gondel (letzte Fahrt 17:00) stattgefunden hat.

Ost-Kanada-140In der Stadt selbst hatte es uns Vieux-Québec angetan, neben dem Chateau Frontenac und der Zitadelle findet man nahezu unzählige kleine Straßen und Gassen die sehens- und begehenswert sind. Die Québecer sind freundlich und an Touristen gewöhnt und insbesondere die kleine La Chocolaterie du Village hatte es meiner Frau angetan. In Québec war auch der Höhepunkt der Poutinekunst gefunden im Le Chic Shack und obendrein gute Shakes. Abseits davon sollte man in Vieux-Québec die Rue Champlain nicht verpassen, eine kleine touristische Seitenstraße, welche für mich das traditionelle Flair der Stadt an einem Ort festhält… und nachdem man sich nichts entgehen lassen sollte, ging es dann einen Tagesausflug nach Baie St. Catherine zum

Whale Watching

Ost-Kanada-156Mit AML Croisières haben wir für moderate $80 pro Person einen dreistündigen Ausflug zum Whale Watching gebucht. Wir haben uns gegen den Pickup mit Bus in Québec City entschieden und sind direkt von unserem B&B nach Norden gefahren bis zur Baie St. Catherine von wo wir in unser Schiff, die Grande Fleuve eingestiegen sind. Der Ausflug war atemberaubend schön und ich war das erste Mal dankbar, dass ich eine warme Jacke eingepackt hatte, die Strömu

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ng des Atlantiks, welche die Wale in den Sankt Lorenz Fluss schickt hat schon eine gewisse Kälte um sich. Aber die Aktivität an Deck war unbeschreiblich, das ständige Ausschau halten nach Walen war aufregend und jede Aufnahme – insbesondere jede Schwanzflosse die wir einfangen konnten hat uns die Kälte mehr als vergessen lassen. Für mich ein definitives Highlight unseres Urlaubs. Die drei Stunden waren auch im Umfang richtig gewählt und so ging es viel zu bald wieder zurück nach Chauteau-Richer, von wo wir uns packenderweise am nächsten Tag aus dem Staub gemacht haben. In Québec City ist noch der Aufenthalt in den Galeries de la Capitale erwähnenswert. Ja ich weiß, das ist nur eine Mall – aber mit Eislaufplatz, Hochschaubahn und und und … innenliegend. Das war schon sehenswert – für uns ging es dann bald weiter in Richtung Ottawa, der kanadischen Landeshauptstadt.

Ottawa

Ost-Kanada-173Was für Québec Samuel de Champlain war ist in Ottawa der Herr By. Unser Quartier am Byward Market (die Byward Blue Inn) hatte eine tolle Sache an sich – großartige Lage. Wir haben schon bei Ankunft noch einen Gang durch das Szeneviertel von Ottawa gewagt und die geschlossene amerikanische Botschaft bewundert – und uns gewundert ob das am Shutdown liegen mag, dass keine schwerbewaffnete amerikanischen Soldaten vor der Botschaft patroullieren oder das in Kanada normal ist. Byward Market ist wieder eine sehr lebendige Gegend und zum wahrscheinlich ersten Mal neben Toronto eine richtig saubere Stadt. Ottawa erinnert sogar entfernt ein wenig an Wien, wäre der Kaffee trinkbarer (was ja kein k.o. Kriterium für mich wäre) aber definitiv für meine liebe Frau, die generell in Kanada ihre liebe Not mit bitterem Kaffee hatte.

StarWarsIdentities_tootwee_5252dec04bb14Ottawa waren leider die ersten und glücklicherweise die einzigen zwei Regentage auf unserem gesamten Urlaub. Was neben der Gelegenheit zu lesen auch einen tollen Museumsaufenthalt mit sich brachte. Im Aviation & Space Museum Ottawa residierte nämlich zum Zeitpunkt gerade noch die Star Wars Identities Ausstellung. Schöne Sache für Erwachsene und Kinder zu gleichen Teilen würde ich sagen. Die Herkunft von Yoda und die ersten Skizzen von Jabba waren doch etwas, dass man nicht alle Tage zu sehen bekommt. Obendrein konnte man seine eigene Identität ergründen. Bei mir ist es ein Ewok Bounty-Hunter namens Tootwee geworden. Das Aviation Museum hat dann Klaudia umso glücklicher gemacht und ich bin mit meinem Buch deutlich weitergekommen bevor wir am nächsten Tag nach North Bay aufgebrochen sind.

 

North Bay

Ost-Kanada-184In North Bay sind wir im Sunset Inn geblieben wo wir mit den Worten “Hier gibt es quasi nichts zu sehen” empfangen wurden. Okay, wäre auch nicht weiter schlimm gewesen – ein wenig Erholung bevor wir nach Toronto zurückkehren, aber wir haben dann doch etwas gefunden. Im Nordwesten der Stadt liegen nämlich die Duchesnay Falls, die für einen Spaziergang einladen in einer malerischen Umgebung, sehr einfach zu begehen – entlang kleiner Trampelpfade und für Bilder waren sie fast perfekt, wäre das Wasser ein wenig klarer gewesen. Abse

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its davon war North Bay wirklich nicht aufregend, es war unser erster Besuch in einem Walmart – und man könnte tagelang durch diesen Supermarkt gehen und würde trotzdem noch Neues entdecken – endlose Weiten insbesondere zur Zeit von Helloween. Ein paar abendliche Schnappschüsse gab es dann noch vor unserem B&B und wenig später ging es weiter – oder besser zurück – nach Toronto.

Toronto Teil 2

In Toronto hatten wir das Glück, dass eine liebe Freundin meiner Mutter dort vor vielen Jahren ihr Quartier bezogen hat und so hatten wir noch das Vergnügen von ein paar Einheimischen Highlights in der Umgebung gezeigt zu bekommen. Zuerst hatten wir unseren vertagten Ausflug in den CN Tower, den ich nachträglich betrachtet um nichts in der Welt missen möchte. Die Reservierung im Restaurant 360° hat uns die Wartezeit erspart – UND – ein gutes Mahl eingebracht. Der Service war mehr als zuvorkommend, das Bier gut und das Essen auch einwandfrei. Aber deswegen besucht man nicht den CN Tower – der Ausblick… Mir fehlen die Worte. Schon beim Essen, im sich drehenden Restaurant (eine Drehung pro 72min) war sensationell. Aber danach waren wir noch auf der Aussichtsplattform, dem Glasboden und danach entschieden wir uns noch dazu in den Skypod hinaufzufahren. Alles idealerweise noch direkt beim Sonnenuntergang – ein Traum.Ost-Kanada-222

Unser nächster und letzter Ausflug führte uns am Tag darauf mit unseren Gastgebern in den Norden in den Algonquin National Park, wo sich Bär, Elch und Eichhörnchen noch Gute Nacht sagen. Auch wenn es nicht für Bären und Elche gereicht hat (die trifft man lt. Reiseführern auch am besten im März oder April des Jahres) war es ein farbenfroher Ausflug der uns auch durch das andersartige Muskoka geführt hat in dem die Flora ihre Eigenheiten auf wundervolle Weise präsentiert. Und unterwegs durften wir einen Pumpkin Day Flea Market besuchen, das ist auch ein netter Ort gewesen.Ost-Kanada-242

Am letzten Tag haben wir uns dann noch den Toronto Distillery District zeigen lassen und die ehemaligen Anwesen der Ziegelfabrik Toronto Bricks, die in ein ähnliches grünes Zentrum für allerlei Aktivitäten umgebaut werden. Danach ging es bald zum Flughafen, der Flug retour war ähnlich schlecht wie der Hinflug, ein paar Stunden Schlaf waren zwar drinnen, aber wie gesagt die Economy Class der Austrian Airlines besteht für mich nur dazu um den Aufpreis zur Business Class zu rechtfertigen…Ost-Kanada-246

Am nächsten Morgen sind wir dann in Schwechat angekommen und wenige Stunden später via CAT und S-Bahn daheim, wo unsere Mietztiger nach kurzer Wiedereingewöhnung ein wenig verschmuster als sonst sind.

Mein Fazit zu Ostkanada

Meine Highlights waren: Heliflug um Niagara, Whale Watching mit AML und der CN Tower

Die schönsten Städte waren: Ottawa, Toronto und Québec City

Was ich nächstes Mal anders machen würde: nicht viel, vielleicht andere Prioritäten – und ich hätte gerne in Toronto Zoo und Aquarium besucht (letzteres hatte leider noch nicht offen)

Was mich an daheim am meisten gefreut hat: die österreichische Küche

Zum Abschluss noch 250 Highlights von knapp 2.600 gemachten Bildern

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31 Tage RPG-Quest 16/31 Was ist dein Lieblingsrollenspielmonster?

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Mein Lieblingsrollenspielmonster ist ausnahmsweise eine Frage, die ich verhältnismäßig einfach in der Beantwortung empfinde. Es wurde von Terry Kunz entworfen, der seines Zeichens mit Gary Gygax D&D gespielt und später (1975) auch bei TSR arbeitete. Das Monster wurde auch 1975 erstmals publiziert im Original Greyhawk Setting. Es dürfte auch anderen Rollenspielern sehr gut gefallen, wie man zum Beispiel hier gut erkennen kann.

Es geht natürlich um den Betrachter (engl. Beholder) eine levitierende, sphärische Kugel mit vielen Augen, welche über unterschiedliche Fähigkeiten verfügen. Was macht also dieses abartige Viech zu einem Lieblingsmonster? Eine nicht mehr ganz so einfache Frage. Es ist sicherlich eine Erscheinung, dass mich Beholder schon eine sehr lange Zeit interessieren. Das ganze hatte im AD&D Monster Kompendium seinen Anfang und die PC-Game Serie Eye of the Beholder tat dem ganzen keinen Abbruch. Was den Betrachter allerdings sehr besonders macht ist, dass er weitab der traditionellen Monster (Drache, Skelett, Zombie, Tiere, usw.) steht und auch keine mythologische Referenz hat, zumindest keine die mir bekannt wäre. Trotzdem liegt ihm ein gutes und tiefgehendes Konzept zugrunde, welches über die Jahre weiterentwickelt wurde. Die Subgattungen sind mannigfaltig und teilen einerseits die Verherrlichung einer wahnsinnigen Gottheit (Great Mother) und andererseits ihre Fremdenfeindlichkeit. Trotz dieser Attribute (oder gerade deswegen) eignen sie sich für ausgesprochen intensive Kampagnen und sind Gegner die man in Erinnerung behält. Ich verwende sie ausgesprochen selten, aufgrund ihrer Lethalität und entsprechenden Einzigartigkeit, aber schätze sie alleine für ihr Flair, dass sie im Spiel vermitteln können. Nur  der versteinerte Abdruck eines Betrachters kann als “game-changing-moment” definiert werden. Etwas, dass sonst meiner Meinung nach nur Monster schaffen, die einen Bezug auf andere Objekte aus der Geschichte ihrer Spieler haben (z.B. Illithiden/Mind Flayer mit dem Bezug auf Cthulhu oder Drachen oder …)

Also kurz gefasst: Betrachter sind durchwegs einen Blick wert, sie sind mannigfaltig (untot, riesig, psionisch begabt usw.) und machen wertvolle Feinde, die ein Spielleiter für durchwegs einzigartige Abenteuer nutzen kann.

31 Tage RPG-Quest 15/31 Wie ist die Akzeptanz deiner Verwandtschaft / nicht-rollenspielenden Bekannten bezüglich Rollenspiel?

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Akzeptanz in meiner Umgebung war früher ein Thema. Wochenenden einfach so nicht mit der Familie zu verbringen war nicht unbedingt akzeptiert – und ehrlich gesagt – das war auch gut so. In meiner Jugend hab ich noch viele Prioritäten lernen müssen und ich lerne sie auch heute noch nahezu täglich. In den Jahren die sehr Rollenspiel-intensiv waren, konnte ich eine deutliche Veränderung in meinem Freundeskreis sehen – insbesondere als ich eine begrenzte Zeit LARP (Live Action Role Playing) ausprobiert habe – da war man entweder voll dabei, oder nicht dabei.

Heute ist es ein wenig ruhiger geworden, nachdem ich “nur” noch Pen & Paper Runden spiele hat das sicherlich auch einen gewissen Effekt auf meinen Freundeskreis, und bei Nichtspielern gibt es noch immer den gelegentlichen schrägen Blick, wenn ich einen “normalen” Termin fürs Rollenspiel absage – aber meine Umgebung hat sich an mich gewöhnt und ich mich an meine Umgebung. Mein besonderes Glück ist meine Frau, die selbst nicht spielt und mir dieses Hobby von Herzen gönnt. Ich denke ja: so hat sie regelmäßig Ruhe von mir – aber was auch immer es ist, es hält uns seit vielen Jahren fest zusammen.

31 Tage RPG-Quest 13/31 Hast Du jemals versucht ein eigenes Rollenspielsystem zu schreiben, und wie weit bist Du gekommen?

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Ja, aber das ist eine ziemlich lange Zeit her – und es war nicht nur ein System sondern es waren gleich mehrere. Eine typische Alltagsbeschäftigung für meine HTL-Zeit. Keine Empfehlung, alles andere als eine Empfehlung, dass man seine Schulzeit mit Rollenspielen verbringt, auch wenn ich zugeben muss, dass es mir wohl auch nicht merklich geschadet hat (aber ich hätte z.b. in organischer Chemie ein bisserl mehr mitnehmen können).

Warum gehe ich nicht näher auf die Entwicklung ein? Naja okay, ein bisserl näher ist sicherlich drin – meine Rollenspielsysteme waren von sehr vielen Seiten aufgezogen – neue Spielwelten, neue Würfelmechanismen und neue Interaktionsmöglichkeiten. Ich habe begonnen Rollenspiele (allerdings typische Spielbuchrollenspiele oder Soloabenteuer) auf meinen TI-81 Taschenrechner zu “programmieren” und später sehr viel auf Papier niederzuschreiben – vieles davon residiert noch immer im “noch nicht entsorgt” Regal hinter mir. Warum ich mir nicht die Mühe mache das wieder aufzuziehen? Weil ich der Meinung bin, dass das Spielsystem ausgesprochen unwichtig ist, solange sich die Komplexität im Rahmen hält. Ich kann mit Cyberpunk 2020, Shadowrun, Gurps und Fate das gleiche Spiel in unterschiedlichsten Systemen spielen – und im Endeffekt (bin ich wirklich und ehrlich überzeugt) läuft es einzig und alleine auf die Spieler am Tisch hinaus. Für die Art von Rollenspiel, die ich gerne am Wochenende zelebriere benötige ich nur ein Rahmensystem und nicht mehr – die Lethalität, die Mechanismen und die Gimmicks der einzelnen Systeme sind gut – und keines davon ist perfekt. Aber im Endeffekt läuft es in meinen Augen zu 99% auf Spielleiter und Spieler hinaus. Deswegen ist das System in meinen Augen deutlich weniger wichtig geworden.

31 Tage RPG-Quest 12/31 Was für einer Deiner Charaktere sah auf dem Papier besser aus, als er sich dann spielte?

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Einer der größten Fehler, die ich seit langer Zeit gemacht hatte war einen Charakter aus meiner Geschichte zurück zu holen. Auch etwas, dass ich wohl nicht mehr probieren will und möchte. .

Warum? Ganz einfach, am Ende herrschen nahezu immer positive Assoziationen vor, die auch von der Umwelt des Charakters geprägt werden. Der Charakter, den man lange in bester Erinnerung gehalten hat. Bei mir war es der Versuch einen zweiten Versuch mit Al Haradmar ebn Calim zu starten, einen Charakter den ich zu Pathfinder Beta Zeiten erstellt hatte und auch eine (nicht schrecklich lange) Zeit damals gespielt habe. Und ich habe ihn in der kurzen Zeit auch sehr schätzen gelernt, aber der Versuch ihn in eine andere Runde neu einzubauen ist fürchterlich gescheitert. Neue Charaktere sind da einfacher, ältere und liebgewonnene Charaktere sind dann meistens (für mich) zuviel Kompromiss und ich hab den Versuch auch sehr schnell abgebrochen.

31 Tage RPG-Quest 11/31 Bist Du lieber Spieler oder Spielleiter – und warum?

Spiel-ääääh-er glaub ich. Nein, das ist gelogen – ich mag und liebe die Abwechslung und will mir nicht vorstellen, dass ich nur mehr auf einer Seite des Spieltisches bin. Das Dasein als Spielleiter ist einfach aufwendiger aber auch ungleich belohnender, wenn die Spieler einen guten / tollen / aufregenden Abend hinter sich gebracht haben.
Über die Jahre ist es mir etwas Abhanden gekommen, dass ich meine Charaktere wirklich mag – das muss eine Spielleiterkrankheit sein, anders kann ich es mir kaum erklären. Ich schätze es total Charaktere und Punkte ausprobieren zu können und hab es ein wenig verlernt mich wirklich in meinen Charakter zu “verlieben” – ihn zu pflegen und sehe ihn oft als Werkzeug dafür, dass die anderen Spaß am Tisch haben – und ehrlich gesagt, wenn alle am Tisch etwas zu lachen haben – ist es eigentlich immer ein guter Spielabend und es hunderttausend Mal wert einen Charakter zu verlieren.

Also wenn ich mich wirklich entscheiden muss, dann sag ich: Spieler mit einem NSC-Auftrag. Ich schätze es Fremdartiges und Verwunderung in eine Runde einzubringen. Ich mag die Mitbestimmung und die Kreativität die man so in eine Runde einbringen kann und ich mag auch unglaublich die Twists die sich ergeben, wenn man quasi 1 1/2 Spielleiter hat die an einer Geschichte arbeiten.

31 Tage RPG-Quest 10/31 Was ist dein Lieblingskaufabenteuer?

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Die zehnte Frage am zehnten Tag des Oktobers – soll so sein. Aber ich muss sie vorab schon ein wenig negativ beantworten. Ich mag keine Kaufabenteuer. Ehrlich gesagt hab ich noch keines gefunden, dass mir wirklich gefallen hat und ich finde es auch gar nicht gut sich mit vorgefertigten Abenteuern hinzusetzen und Spieler in diese Bahn loszusetzen. Warum? Das ist wohl Philosophie-Frage – oder so würde ich das sehen…

Kurz ausgeholt. Ich als Spielleiter lese gerne Hintergründe der Charaktere mit denen ich zu tun habe, die können natürlich kurz und prägnant sein – aber ich habe auch nichts gegen Charaktere, wo sich der Spieler etwas mehr dazu ausgedacht hat. Punkte die er für seinen Charakter ersonnen hat, Charaktere die in dessen Leben eine wichtige Rolle spielen oder gespielt haben – und so schätze ich sowohl als Spielleiter, wie auch als Spieler selbst nicht so sehr, als wenn diese Hintergründe und Beweggründe die Rahmenhandlungen für Abenteuer bieten.

Dafür benötige ich nicht die fremde Feder anderer Autoren – sondern mag es, wenn bekannte Gesichter und Kreaturen auftreten – und sich die Geschichte primär um die Helden selbst dreht. Ich kenne die Schwachpunkte und potentiellen Fehler dieser Art zu leiten und zu spielen natürlich auch. Und nach vielen, vielen Jahren des Spielens bin ich noch immer nicht gefeit vor ihnen. Das macht aber nichts ;).

Wenn ich jetzt trotzdem ein Kaufabenteuer auswählen soll, entscheide ich mich für folgende:

Fantasy: Der Krieg der Magier, ein DSA Kaufabenteuer, welches sehr offen im Stil gehalten war – trotzdem kaum so ausgehen wird wie im Abenteuer geplant (mit den Spielern die ich über die Jahre so kannte zumindest)

Science-Fiction: Der Harlekin, ein Shadowrun Klassiker

Last stop before Toronto – North Bay (und die Duchesnay Wasserfälle)

Uns hatte es ja planmäßig nochmals weiter nach Nordosten verschlagen – quasi nach dem Prinzip, was wir noch nicht kennen – das sehen wir uns dann zumindest noch an. Das ging sich natürlich nicht für gesamt Ontario, geschweigedem Kanada aus, trotzdem war Northbay noch drinnen und ich für meinen Teil kann sagen – es war eine gute Entscheidung, dass wir den Schwenk noch gemacht haben bevor wir zurück nach Toronto fahren.

Wie kamen wir denn überhaupt darauf, dass es hier etwas gibt und nein, North Bay ist total unspannend. So oder so ähnlich wurden wir ja gestern hier begrüßt. Aber ganz im Gegenteil – es gibt hier – in dem kleinen Städchen wirklich unweit der Stadtgrenze Wasserfälle, quasi die “brauch-nicht-wandern-bin-schon-da” Wasserfälle von Northern Ontario. Und sie sind sehenswert – photographierenswert da bin ich mir noch ein wenig uneins – warum? Natürlich weil das Wasser (leider) ziemlich braun-rot ist und deswegen die Bilder nicht unbedingt den “wow” touch und Effekt haben, den sie eventuell haben könnten. Aber es ist ein toller Ausflug gewesen.

Danach ging es noch etwas in die Stadt – zu Essen haben wir etwas in der Mall gefunden, das ist irgendwie normal hier und auch die günstigste Lösung an qualitativ stabiles Essen zu kommen. (Einer der Punkte wo ich mich wirklich wieder auf daheim freue ist in der Tat: Essen und insbesondere auch Essen gehen) und auf nicht vollkommen übersüßte Getränke und kleinere Packungen bei allen Dingen. Natürlich auch auf Menschen die nicht nahezu ständig mit sich selbst sprechen (nicht alle – aber es scheint wirklich fast immer einer in der Nähe zu sein, wenn man draußen unterwegs ist).

31 Tage RPG-Quest 9/31 Was ist das Verrückteste was Dir beim Rollenspiel passiert ist (outgame)?

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Outgame haben sich die Verrücktheiten, die mir in den letzten 20 Jahren widerfahren sind ehrlich gesagt sehr in Grenzen gehalten. Das Verrückteste was mir einfällt waren unsere Sommerrunden, bei denen wir wortwörtlich (nahezu) tagtäglich uns gegen die Mittagszeit getroffen hatten (in der Nähe der Mariahilferstraße) und uns nach kurzem Einklang bis zum nächsten Morgen (es war meistens so gegen 04:00 morgens) gespielt haben. Das war die Hardcorezeit in der ich insbesondere die World of Darkness näher kennengelernt hatte (aber nicht nur). Und wir auch so manchen Spieler und Spielleiter zur Verzweiflung getrieben hatten. Das System ließ sich derartig pervers ausnutzen, dass wir mit einer Sabbat-Runde zu dritt ganze Städte auslöschen konnten, natürlich primär weil wir so gestrickt waren und noch dazu die Regeln einfach besser kannten.

Das hat mich damals auch nach dem Sommer sehr schnell zurück zur Heldenspielweise getrieben, es machte schon Spaß zu lernen wie man Systeme ausnützt, es war auch eine tolle Zeit mit vielen unterschiedlichen Stärken und ich will sie um nichts missen, aber mir fehlte damals ganz eindeutig das Miteinander und das Füreinander, sowie der Heldenepos, der für mich ganz essentiell Bestandteil eines Rollenspiels ist – zumindest öfters mal – es muss ja nicht jeden Abend düster-dunkel und böse sein.