Es gibt ein paar Syndrome die ein Spielleiter durchmacht. Mit anderen Worten würdem an sie als Stress, Enttäuschung und Ungeduld übersetzen können. Nachdem zwei davon relativ einfach zu bekämpfen sind – tritt das Dritte in meinen Augen und meiner Erfahrung nach selten, aber doch immer wieder ‘mal durch – so auch bei unserer letzten Spielrunde. Ein paar Gedanken zu all diesen Problemen:

Burnout (Stress): Burnout tritt regelmässig in unserer Spielrunde auf – in meinen Augen stellt es die geringste Problematik dar. Wir haben zwei Spieler (Thomas und mich) die aktiv immer wieder den Posten des Spielleiters wechseln. Wenn’s mal einem nicht mehr passt – der Plot außer Kontrolle gerät und man merkt, dass einem die Ideen ausgehen – sprechen wir uns ab und so kommt ein Burnout quasi nie oder nur seltenst negativ zum Vorschein.

falscher Erwartungshaltung und nicht ausreichende Kommunikation (die immer zu Enttäuschung führen): Enttäuschung ist sicherlich jedem Spielleiter schon einmal passiert. Ich erinnere mich noch gut an eine D&D Partie, der (arme) Spielleiter war Ludwig der alles vorbereitet hatte – aber auch extrem viel wert gibt, dass jeder Spieler machen kann was er will und eine Gruppe seltenst zu Aktionen drängt. Als er damals die Spieler zu einem Höhleneingang geführt hatte, hatten wir (die Spieler) einstimmig beschlossen: “Warum sollten wir da reingehen”? Worauf er einen Stapel von sicherlich 20 A4 Seiten zur Seite gelegt hat.
Es war kein Extremfall, aber es ist eine Menge Zeit, die jeder Spielleiter in seine Abenteuer steckt. Natürlich war damals auch die Motivation “Warum sollten wir” nicht vorhanden und es war kein Fehler der Spieler oder des Spielleiters alleine. Es war mit Sicherheit mangelnde Kommunikation – zu wenig Verständnis füreinander. (Aber trotzdem eine “eternal quote” die in allen Spielern immer wieder zutage tritt.) Eine Enttäuschung kommt meistens vor, wenn der Spielleiter zu wenig auf die Spieler eingeht und führt auch mitunter zu Ungeduld oder wird davon begleitet.

Zwang (Ungeduld): Wer kenn das nicht? Unsere Spielleiter denke ich sind sich da einig. Man forciert seit Jahren aktives Rollenspiel, Konversation der Spieler und geniesst nichts mehr als wenn das Rollenspiel umsich greift. Aber eines Abends, geht der Plot nicht mehr weiter – die Interessen liegen plötzlich anders – alles stagniert. Man fühlt sich fast schon unnötig und möchte selbst wieder als Spielleiter eingreifen um das Geschehen voranzutreiben. Nachdem es mir in der letzten Partie passiert ist – aus einer gewissen Notsituation heraus – hatte ich (ungeduldigsterweise) einige Handlungsstränge fix-fertig vorgeschrieben (die ich auch vorgelesen habe) und habe (im Nachgespräch unserer Runde herausgekommen) einige Spieler damit überfahren. Sie hatten wenige Optionen an dem Abend – ich hatte sie durch das Geschehen gehetzt und relativ wenig Rücksicht genommen. [alle der Spielrunde die es lesen – nochmals ein grosses SORRY von meiner Seite dafür]. Manchmal nimmt man es als Spielleiter nicht wahr, die Einflüsse (Integration neuer Spielercharaktere) bieten neue Möglichkeiten und man treibt die Handlung in eine Richtung.

Ich denke durch die Bank hat alles positive (außer Burnout) und negative Seiten. Wir führen seit Jahren in unserer Runde immer Nachgespräche – Feedbackrunden. Wir (die Spielleiter) bemühen uns auch um Kommunikation bzgl. Wünschen und Vorstellungen der Spieler und versuchen so den Spaß weiterzutreiben. Ansich zufrieden aber sicherlich weitab von Perfektion.

One thought on “Des Spielleiter’s Kragen”

  1. Zwang. Das ist ein Fluch für jeden Spielleiter. Eine Versuchung, mal “richtig was weiterzubringen”. Ich kenne sie und bin ihrer Versuchung auch schon erlegen.
    [und das ist kein Vorwurf an Lemming ^^] Fehler als Spielleiter passieren. Das Schöne daran ist, man merkt recht schnell, was man falsch gemacht hat … nur ist es dann schon passiert. Andererseits errinnern manche Fehler daran, was wichtig ist und was vernachlässigt wurde.

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