Montréal Tag sieben und acht

Wir hatten keinen guten Start mit Montreal, erst waren es sieben Stunden Autofahrt statt 2 1/2 und dann war das Frühstück in unserem B&B eher schlecht als recht. Montreal dürfte auch nicht so die Sightseeing Stadt sein, zumindest ist das der Eindruck soweit. Ein paar durchwegs attraktive Ecken gibt es so Vieux Montréal (die Altstadt), aber die ist ziemlich überlaufen und wirklich touristisch ausgelegt. Was mir am ersten Tag gut gefallen hat war der alte Hafen, der malerisch bunte Blätter zeigte und die Erinnerung, dass wir uns im Indian Summer befinden, einmal aufgefrischt hat.

Begonnen hatte der erste Tag mit dem Spaziergang durch unser Viertel – älter und nicht übermäßig attraktiv. Bis zur ersten U-Bahn Station wo wir uns für je $12 ein Wochenendticket der STM begönnt haben. Das erste Missverständnis war die Empfehlung bei Notré Dame zu starten (Place d’ Arms) und ich Schussel bin am Place d’ Arts ausgestiegen (war auch ohne Umsteigen viel praktischer) – mitten in ein paar Kunsttagen hier in Montréal und dabei war wenig Kunst, die man unbedingt sehen oder hören muss dabei :).

Quer durch die Stadt vom Place d’ Arts zum Place d’ Arms geht sich es dann auch durchwegs lange und man hat primär etwas wenn man den alten Hafen mitnimmt am Weg. Was hier sehr stark auffällt ist, dass Montréal keine saubere Stadt ist – natürlich nicht wenn man Wien gewohnt ist, aber auch sonst nicht unbedingt. Der Schmutz in den Becken gibt schon ein wenig zu Denken und nimmt viel Positives von der Atmosphäre der Umgebung. Auch die Gerüche der Straße nimmt man nicht wirklich sehr positiv wahr. Die Notre Dame hier ist allerdings trotz alledem ein beeindruckendes Bauwerk, wie man es sich, wenn man schon mal hier ist – nicht entgehen lassen sollte. Danach haben wir den Eingang zum berühmten Underground City Netzwerk von Montréal gesucht und sind im Eaton Centre fündig geworden, nachdem wir am Weg noch Indoor Eislaufen beobachten konnten. Sah nach viel Spaß aus – insbesondere ein wagemutiger Japaner der seine ersten Runden drehte. Die Underground City war am ersten Tag nicht was man “spannend” titulieren möchte, aber trotzdem beeindruckend, wenn man sich 30km weit unter der Stadt bewegen kann. Ich stelle mir das bei den frostigen Wintern (-20 Grad und böser Wind) tatsächlich sehr heimelig vor, wenn man in der Stadt etwas erledigen muss und nicht an die Oberfläche muss dazu.

Tag zwei in Montreal startete dann schon mit etwas mehr Underground, aber Samstag&Sonntag dürfte in Montréal im Gegensatz zu Toronto deutlich weniger Aktivität zeigen, insbesondere bei Shops unter der Erde. Danach in die etwas überfüllte U-Bahn und zum Mont Royal, wo wir unterwegs eine gemütliche (wenn auch etwas steril eingerichtete) französische Bäckerei gefunden hatten. Frisch gestärkt ging es zur Rue Saint-Denis die eine überraschend angenehme Einkaufsstraße mit angenehmen Flair ist – nach kurzem Flanieren im Bistro Grain De Folie eingekehrt – positiv überrascht – mein Salat Grain De Folie war wirklich gut – knuspriges Hendlfleisch mit Geschmack auf frischem Salat – nur das Dressing war anfangs gewöhnungsbedürftig – aber das ist per se nicht negativ. Unser zweiter Montreal Tag endete mit einem Spaziergang zurück. Mal zur Abwechslung keine 20km Fußmarsch – insbesondere nach gestern (erstes Mal Blasen gelaufen) war das eine angenehme Abwechslung.

Für morgen ist noch der Mosaicultures International geplant und eventuell ein Ausflug in Richtung Mont Tremblant – mal sehen, bislang haben wir sehr angenehmes, sonniges Wetter – durchgehend – seit wir in Kanada mit Regen begrüßt wurden. Wenn das so bleibt werden es morgen hoffentlich wieder gute Bilder, meine Ausbeute für Montreal Tag 2 ist ernüchternd schlecht.

Reisetagebuch Kanada – Kingston (Tag Sieben)

Die sechste Nacht auf kanadischem Boden, im Seven Oaks Motel war etwas laut, da wir wohl unerwartet von Zügen oder RiesenLKWs eingekreist waren, keine Ahnung wie das passieren konnte. Im Motel fehlte natürlich auch ein entsprechendes Frühstück und so starteten wir mit Erdbeer bzw. Schokolade Soy Milch und ein paar Frühstückskeksen.

Also was machen wir schon, wenn wir in Kingston sind? Richtig, wir sehen uns auch diese Stadt ein wenig an. Kingston selbst lädt dazu aber herzlich wenig ein, weswegen wir uns im IInternet (und im Reiseführer) schlau gemacht haben und rausfinden, dass es eine 1000 Islands Cruise gibt. Klingt doch spannend, oder?

Zur Stärkung gab es noch einen ausgesprochen guten Chai und von dort noch ein paar Coupons gefunden für $5 off. Die natürlich nicht-ausgedruckt auch nicht gültig waren – und während ich schon mit dem Gedanken gespielt hab einfach zu sagen – los, lassen wir die unfreundliche Tante am Schalter und ziehen wir weiter, hab ich mich eines besseren besonnen und mich für die Kreuzfahrt, auch ohne Vergünstigung entschieden.

Die Kreuzfahrt selbst war sehenswert, knapp 90min ging es einmal rund um die größeren Inseln und es gab englischen Audiokommentar von Sir MacDonald, dem ersten Premierminister von Kanada, einem ausgesprochen sympathischen Schotten 🙂 – und eine Menge Möglichkeiten Bilder zu machen und Eindrücke zu sammeln obendrauf. Mir hat’s gefallen.

Nachdem wir in Ottawa so kurzfristig kein brauchbares Quartier gefunden haben, verlegen wir kurzerhand die Hauptstadt auf die RÜckfahrt und ziehen nach Montreal weiter – ca. 2,5h Autofahrt von Kingston, wäre da nicht die Totalsperre bei Brockville und so sind es 3,5h Stau und 2,5 Stunden Autofahrt. Kurz vor 23:00 in unserem neuen B&B in Montreal an, welches bis Dienstag unsere Base of Operations sein wird.

Reisetagebuch Kanada Tag drei, vier, fünf und sechs

Es hat ein bisserl Zeit gebraucht bis wieder die Muse vorbeigekommen ist um einen gesamten Eintrag fertigzustellen, was nicht bedeutet, dass ich nicht täglich ein bisserl weitergeschrieben hatte. Was ist denn passiert?

Tag drei trafen wir eine Kindheitsfreundin meiner Mama, die vor 17 Jahren nach Toronto ausgewandert ist.

Tag vier war abwechslungsreich, unsere erste Reise die von Toronto nach Südosten geführt hat zuerst nach Niagara-on-the-Lake, dann zu den Niagara Falls und anschließend nach Virgil um von dort noch einen mehr als würdigen Abschluss zu finden, die Sunset Helitour über die Niagara Falls mit kleiner Sidetour über den Lake Ontario.

Tag fünf dagegen führte gemütlich zurück nach Toronto, wo das wundervolle Wetter dazu einlud sich das Schuhmuseum anzusehen und zwischen in den Straßen spazieren und den Kaffeehäusern pausieren ein vorerst toller Ausklang einer tollen Stadt zu finden war.

Tag sechs beginnt die Reise nach Osten mit dem ersten geplanten Zwischenstop in Kingston, allerdings anders als gestern Abend noch angenommen gab es als Abschied von Glenn, dem B&B Besitzer von Toronto noch wirklich 1a Tipps für den Weg.

Tag drei – Toronto Islands

Tag drei trafen wir eine alte und sehr gute Freundin meiner Mama die es vor siebzehn Jahren nach Toronto verschlagen hat. Treffpunkt war der CN Tower auf den wir dann eigentlich planmäßig auch raufwollten, aber das haben wir wegen Höhenangst unserer Begleiterin auf ein anderes Mal verschoben, stattdessen widmeten wir uns dem guten Wetter und spazierten in Richtung der Fähre südlich des Towers um die Toronto Islands zu stellen. Keine Fehlentscheidung, ganz im Gegenteil. Ausgesprochen sehens- und photographierenswert sind diese Inseln direkt vor Toronto. Schon die Überfahrt ist ein Ereignis, da ein Toronto City Airport direkt die Einflugschneise über dem Fährweg hat und man so einige Flugzeuge von sehr nahe beobachten kann. Auf der Insel findet man, wie auch schon bei unserem morgendlichen Spaziergang entlang des Lakeshore Boulevards Gänse. Tolle Sache. Möwen gab es in Wassernähe natürlich auch ausreichend und mehr als eine war den Kameras zugetan… Am Nachmittag ging es relativ flink zurück zum B&B, da wir zum Abendessen eingeladen waren und ein sagenhaft gutes Steak bei Angie und Bebe genießen durften. Mit soviel netter Gesellschaft verging der Abend dann auch deutlich schneller als uns lieb war und – leider – konnte man auch am dritten Tag noch deutlich die Zeitumstellung spüren, so richtig lange aufbleiben geht irgendwie nicht so ganz. Nunja, dafür konnten wir bald mützeln gehen und Tag Nr Vier wartete schon.

Tag vier – Niagara all day

Erster Tag mit dem Mietwagen auch wirklich unterwegs, uns verschlägt es auf der Strecke um Lake Ontario in den Bezirk “Niagara” und von dort an die doppelte Empfehlung von Niagara on the Lake. Und ja, der erste Eindruck war durchwegs positiv, es ist zwar ganz unübersehbar auf Tourismus ausgelegt, aber durchwegs sehenswert – viele kleine Geschäfte mit Kleinstadtfeeling deluxe. Leider hat hier das erste Mal seit wir über den Atlantik gekommen sind das Essen nicht wirklich überzeugt. Nach einer kleinen Shoppingtour sind wir weiter in Richtung Niagara Falls aufgebrochen, der Niagara Parkdrive sei dabei jedem empfohlen, den er hier in die Gegend verschlägt. Ein entspanntes Fahrgefühl war heute auf der Strecke zu spüren auch mit definitiv Vieltonnern auf allen Spuren, die Fahrdisziplin der Kanadier ist da eine deutliche Liga unterschiedlich von daheim…
Bei den Niagara Falls angekommen kann man sich zwischen zwei Sichtweisen entscheiden – Optimism weil die Niagara Falls einfach überwältigend sind und Touristic weil auf einen Blick die Landschaft von Casino und Hotels und wolkenkratzerartige Großhotels auf beiden seiten des Flusses (USA und Kanada) einfach stark diese Richtung prägt.
Also Kameras ausgepackt und ab auf die Fluten zu, leider waren wir heute etwas spät für die Maid of the Mists (Bootstour) aber wir planen das falls es einen zweiten Besuchvor dem Rückflug gibt.

Tag fünf – Flanieren und Pausieren

Ich geb’s ja zu, es hat mich etwas am Magen erwischt, irgendwie hab ich aber den Niagara Ausflug überstanden und kann mich so über einen etwas ruhigeren Tag in Toronto bevor wir gegen Osten aufbrechen freuen. Morgens geht erstmalig unsere Wäsche zur Laundry ($10) mit dem Hinweis um 1:00 nachmittags wäre selbige fertig – ob unsere Sachen das wohl heil überstehen?
Naja, weniger grübeln und mehr genießen, also ab in den Streetcar und in Richtung Yonge Street, wo wir uns einen gemütlichen Tagesstart gönnen, einen gebrochenen Objektivdeckel ersetzen und uns Info-Broschüren für die bevorstehende Reise im Tourist Information Center holen. Mein erster Eindruck von Bestbuy ist nicht sonderlich gut, auch wenn man bemüht ist mir etwas zu verkaufen. Dagegen kann man bei Black’s sofort die 55mm Lenscap ($8) erstehen – der Dialog mit dem Verkäufer ist allerdings wieder sehr darauf aus mir UV Filter für all meine Objektive anzudrehen was ich entschieden ablehne (hab ich doch die meisten UV Filter erst vor ein-zwei Jahren abgeschraubt…)

Nach einem stärkenden Chai geht es dann in das Toronto Shoe Museum – eine interessante Zeitreise durch die Geschichte der Schuhe, allerdings leider mit einem (ich denke aktuell) starken Fokus auf Sneaker und deutlich zu wenig Boots. Nunja trotzdem etwas Bildung war es in jedem Fall und danach gab’s für meine Frau noch ein Paar von John Fluevog. quasi nach dem Gusto holen im Museum… Den späten Nachmittag ließen wir dann auf unserer Terasse ausklingen, wäre schade gewesen die nicht zumindest einmal genutzt zu haben und nachdem wir täglich 12-15km gehatscht waren tat es auch wirklich, wirklich gut.

Tag sechs – der Beginn der Reise

Wie wir schon am dritten Tag festgestellt hatten ist morgens eine gute Zeit um aus der Stadt zu reisen – man sieht kilometerlang wie viele den Weg in die Arbeit suchen und freut sich, dass man in die andere Richtung unterwegs ist. Also ging es am Vormittag gemütlich zum letzten Frühstück in Bonnevue Manor mit unserem Gastgeber Glenn, der sich täglich mit Tipps und Ratschlägen bemerkbar gemacht hatte, auch heute sollte das nciht anderes verlaufen. “Kingston? But you can’t drive the highway 401 – you will miss something…” so begann es und wir haben es wieder nicht bereut auf ihn zu hören. Also mitsamt Gepäck ab ins Auto und ab durch die Stadt, teilweise natürlich doch den 401 Highway East entlang, aber bei Wooler Road ging es Richtung Süden. Das war ein gänzlich anderer Landstrich, weite Flächen, kleine und große Häuser und spürbar gegenwärtig der Indian Summer der hinter jedem Blatt wartet darauf entdeckt zu werden. Nachdem wir der Wooler Road gefolgt sind waren auch schon die versprochenen Sandbänke und Sanddünen (Dünen!) angeschrieben – die Zeit verging sehr flink und plötzlich war es einer der schönsten Sandstrände die man sich um diese Jahreszeit vorstellen kann. 20°C, strahlender Sonnenschein und der Süßwassersandstrand  des Lake Ontario welcher von einer schieren Unzahl an Muscheln geziert wird. Von hier war der weitere Weg einfach nach Picton und von dort an den Lake of the Mountain Provincial Park welcher direkt zur Glenora Ferry (yay, gratis Attraktion) an die andere Seite führt und tatsächlich Teil des Loyalist Parkways sein dürfte. Dieser führte uns direkt nach Kingston wo wir nach einem Stop bei Aunt Lucy’s in unserem ersten Motel gelandet sind – dem Seven Oakes Motel zum Ausruhen der müden Füße.

Reisetagebuch Kanada – zweiter Tag

Der Tag begann ungewohnt laut, die dünneren Wände haben um ca. 07:00 kanadischer Zeit mitgeteilt, dass einige im Haus duschen, aufstehen und sich fürs Frühstück fertig machen. Ist aber unproblematisch, im Bett konnte man ausgezeichnet schlafen und der Tag begann trotzdem sehr gut. Nachdem Glenn, unser Gastgeber im B&B gestern von seinem Frühstück erzählt hat war mir eines klar: Wenn es halb so gut ist wie es klingt – “nom nom nom”. Und das war es auch – frische Früchte, Saft, eine gute Auswahl von Tees und abseits eines Zuckerschocks vom nicht ganz freiwillig gekosteten Apple-pie und einem etwas zu weichen Frühstücksei war es wirklich ausgezeichnet. Auch nach der ersten Nacht war unser Gastgeber wieder ausgesprochen auskunftsfreudig und hat uns Vorschläge gemacht was wir unbedingt einplanen sollten und wo wir essen gehen sollten.

Der morgige Tag hat sich zwischenzeitlich mit einer “WIR SIND VERPLANT” Aktion begonnen. Also noch nicht begonnen, aber verplant sind wir, da eine ausgewanderte Freundin die in Toronto wohnt uns wohl unter ihre Fittiche nimmt. Wir haben  uns dafür heute den Worlds largest bookstore vorgenommen und ich hab mich vorerst dagegen entschieden ins nebenliegende “ROLE PLAY CAFE” hineinzugehen, nicht auszudenken was da alles passieren könnte, wenn ich dieses betrete. Danach ging es ans flanieren entlang der Yonge Street. Ein definitiver Eindruck den Toronto hinterlässt ist, dass sehr viele unterschiedliche Einflüsse die Stadt prägen und geprägt haben.

Kaum hatte ich die Kamera in der Hand war es übrigens soweit, dass wir als Touristen identifiziert wurden. Ärgerlich, bislang war uns das noch nicht passiert. Woran ich offensichtlich arbeiten muss ist mein Akzent, da ich hier für einen Amerikaner gehalten werde. Naja es gibt Schlimmeres. Außerdem gab es für diese Identifikation einen Tipp in jedem Fall zum Queenspark zu gehen.

Also beschlossen wir in Richtung der kanadischen Kensington Market Version zu gehen und auf dem Weg lag ein “Festival”: Word on the Street – kurz gesagt: die halbe Frankfurter Buchmesse im Queens Park in Toronto. Sehr freundlich und offen, ein wenig mehr Jahrmarkt Charakter würde ich sagen, aber alles in allem ausgesprochen empfehlens- und sehenswert – ein Glückstreffer für uns. Neben dem Writers Block gab es jede Menge regionale und internationale Lesungen und ich denke für alle etwas dabei. Insbesondere den Gedanken “Lesen” attraktiv zu machen für alle – fand ich sehr positiv und so war das gesamte Festival mit einem Schmunzeln und Lächeln wahrzunehmen. Als wir Queenspark wieder verließen ging es weiter durch Torontos Chinatown – welches auch einen interessanten Eindruck hinterlässt bis wir an der Kunstgalerie vorbei in Kensington Avenue angekommen waren. Dort gab’s für Klaudia ein Omelett mit Spinat, Schinken und Käse und für mich ein ausgesprochen schmackhaftes Chili con Carne *nom*

Den Rückweg haben wir wieder über die Queens Street bestritten und ich bewundere immer noch wieviel Leben die Straßen hier in sich haben, das ist sicherlich mal primär positiv zu beurteilen, einzig etwas seltsam fanden wir den Anteil an Menschen die mit sich selbst sprechen und offensichtlich halb Betrunkenen in den Straßen. Aber so ein bisserl Wahnsinn dürfte weitverbreitet sein, nein ehrlich, das ist eine Beobachtung die gestern und heute etwas geprägt hat.

Reisetagebuch Kanada – erster Tag

Lange hat es gebraucht, über 33 Jahre bis ich zum ersten Mal den Atlantik überquere. Aber seit 1 1/2 Jahren war es ein Grund zur Vorfreude – einen langen und hoffentlich erholsamen und aufregenden Urlaub in Kanada zu haben.

Unser Tag beginnt um 06:15 mit Tagwache und letzten Vorbereitungen für die Abreise. Pünktlich um 07:15 steht mein Papataxi vor der Türe und wir fahren 30min zum Flughafen. Wir haben ausreichend Zeit eingeplant – eigentlich fast zuviel – aber Langstreckenflug + Verspätung (auch wenn ein Stau ist) passt schon mal gar nicht in einen guten Urlaubsstart. Also nutzen wir, dass wir auch bei der Flughafenkontrolle + Gepäckaufgabe in weniger Minuten durch sind als gehofft und genießen noch ein kleines Frühstück im Vienna Coffeeshop.

Um 10:00, knapp 30min hinter offizieller Ankündigung startet dann tatsächlich das Boarding, die Maschine – eine Boeing 767 bietet ausreichendst Platz – was vor Einstieg auffällt ist, dass sehr wenige Österreicher an Board sind – kein Wunder es dürften vielen Amerikaner und Kanadier bei uns zu Besuch gewesen sein. Dann die erste (nicht ganz unerwartete) Überraschung – in der Langstreckenmaschine der Austrian Airline ist der Flußraum der Economy-Class eine gute Handbreite geringer als der Economy-Class der Turkish Airlines. Ja, ich gebe zu – am Weg nach Istanbul ist das genauso – deswegen fliege ich immer bevorzugt Turkish Airlines; aber ich muss schon sagen, dass bei einem 10 Stundenflug ich mir ein paar cm Beinfreihheit gewünscht hätte.

Ab in der Luft vergeht die Zeit in der typischen Manier – ein paar Filme (The Internship – Comedy 8/10; A-Team – Action 5/10; Pilot von The Following – Thrillerserie 9/10 u.a.). Das Essen (Maccaroni für Klaudia, Händl mit Reis und Curry für mich) ist okay, der kleine Snack vor Landung (Toast mit Putenschinken) ist mehr Qual (als Nichtschinkenesser) als Genuß.

Knapp 9,5 Stunden nach Abflug ist es dann soweit, nach einigen Beobachtungen des fremden FEstlands aus der Luft setzen wir unsere Füße auf kanadischen Boden. Eine erste Passkontrolle erwartet uns knapp 100m nach dem Ausstieg, dann geht es quer durch den großen Pearson Airport von Toronto. In der Einreisekontrolle (Formulare gibt es schon im Flugzeug) bietet sich ein Bild, dass ich von Istanbul Atatürk sehr gut kenne. Einheimische werden von Touristen getrennt – die kanadischen Anreisenden haben gut besetzte Schalter und haben eine Wartezeit von knapp 5 Minuten – der Rest quält sich (ist übertrieben) durch eine endlose (das ist nicht übertrieben) Schlange. Danach geht es weiter zum Gepäck, dass erfreudlicherweise & nicht unerwartet schon auf uns wartet.

Am Schalter von Alamo erlaube ich mir noch unseren Mietwagen upzugraden, die größeren Gepäckstücke laden nicht zur Reise im Fiat 500 (oder ähnliches) ein, also bekommmen wir einen Mittelklassewagen von Nissan. Hinein ins Auto und – achja, Nordamerika – also Automatikschaltung. Vom Flughafen in unser Quartier, welches leicht außerhalb des Stadtzentrums wartet stauen wir uns durch Toronto. Das dürfte hier so üblich sein, naja was soll’s – eine Stunde später sind wir in Bonnevue Manor angekommen – unweit der Queensstreet und unweit der Küste und wir werden dort von Glenn begrüßt, der uns viel über die Gegend, sein Bed & Breakfast und Himmelsrichtungen erklärt. Alles in Allem ist der erste Eindruck von unserem B&B überwältigend positiv. In wenigen Minuten werden wir den Test des Frühstücks vornehmen… (mit Vorfreude)

Nachdem das Wetter etwas feucht war als wir hier angekommen sind, entschließen wir uns gestern abend noch dazu, dass wir die Kameras im Gepäck lassen und ohne Ausrüstung ins Stadtzentrum ziehen. $25 für öffentliche Verkehrsmittel (5 Einzelfahrscheine + Fahrschein für Sonntag für uns beide) sind die erste Ausgabe die wir in einem 24/7 Convenience Store CAD$ tätigen. 24/7 Convenience Stores sind hier überall und erinnern unglaublich an CLERKS von Kevin Smith. Nein ernsthaft – insbesondere wenn ein 24/7 Video Store daneben ist.

Also ab in die Straßenbahn und die Queensstreet hinunter. Wow, hier ist alles – also die Straße scheint endlos und es gibt die gesamte Straße hinunter am Samstag ein reges Treiben. Fühlt sich gut an soweit. Wir steigen University Avenue aus und drehen eine erste Runde zur Yonge Street, kommen an einer unglaublichen Vielfalt von Essensmöglichkeiten vorbei, entscheiden uns dann gegen den Tipp der John Fluevog Verkäuferin nicht fürs Little India und für ein lokale Pub. Black Bull – ganz den Reiseführerinformationen entsprechend mit einem Eishockeymatch von Buffalo gegen Toronto (das aber wirklich mehr im Hintergrund läuft) und kosten uns erstmals kulinarisch durch zwei Cheeseburger durch. Ich geb dem ersten Burger hier satte 7 von 10 Punkten, wirklich gut und geschmackvoll aber noch mit Luft nach oben. Mittlerweile ist es etwa 2 Uhr früh daheim, und erste Anzeichen von Müdigkeit machen sich breit, also beschließen wir den Heimweg anzupeilen und verpassen gleich mal unsere Station um eine ziemliche Weite. Gut, den Cheeseburger muss man sich verdienen und wir gehen noch knapp 2 Stunden ins B&B, genießen dabei den Ausblick auf die nächtliche Skyline und beschließen für uns, dass es gut gewesene wäre eine Kamera dabeizuhaben. Ist doch eh immer so, wenn man das Haus ohne Kamera bei Regen verlässt, wird es noch ein richtig sehenswerter Abend :).

 

Alles in allem fand ich, dass war ein sehr langer, aber toller Start in Kanada, alles wirkt ziemlich amerikanisch hier, zumindest aus der Sicht eines Mitteleuropäers – insbesondere die Art der Bedienung – aber das soll nicht negativ verstanden werden, ich find es wirklich überraschend angenehm und ausgesprochen freundlich.

 

Bilder wollen gerade nich so richtig, also vorerst gibt es das Posting des ersten Tages nur mit Text 🙂