Anreise Hamburg

Mit dem 07:15 Flieger ging es in Richtung Hamburg. Das hieß um 04:00 aufstehen, Zähne putzen, ein Glas Orangensaft und Chai und los aber was tut man nicht alles für den Urlaub. Die Koffer von 4 1/2 Personen passen auch neben 6 Personen gut in den Sharan und Herbert hat für die Urlauber in den sauren Apfel gebissen und uns am Flughafen abgesetzt. Um 08:55 geht es von Flughafen in Hamburg weiter in Richtung des Hafens.

Dort angekommen und nach ersten Koordinationsschwierigkeiten, wo man denn das Gepäck abgeben kann gibt es ein fischiges Frühstück bei “Fisch und So”. Danach ging es durch einen Teil des Hamburger Hafens weiter zum “Eierkarl” – der mit dem Leitsatz “Hier gift dat seowes gemackten, Klöten-Köm” der wohl soviel bedeutet wie “Hier gibt’s selbstgemachten Eiersaft” eine Verkostung von vanilligem “Original”, nussigem “Haus” und fruchtiger “Helene”. Das Ratsherrn West Coast IPA war auch ausgezeichnet.
Treffsicher haben wir uns dann noch zur Eingewöhnung der längeren Zeit am Schiff die Ausstellung U-434 angesehen. Genauer gesagt, wir haben das ehemalig sowjetische Spionageuboot inklusive Führung unsicher gemacht. Das war toll, Justus unser Guide mit WGT 2014 Staff Shirt war sattelfest bei Fragen und hat uns näher gebracht wie 84 Menschen, davon 16 Offiziere, 16 Unteroffiziere in einem U-Boot auf engstem Raum bei durchgehend 40°C bis zu im Maschinenraum sogar 70°C funktionieren. Bei Flüsterfahrt, die bis zu neun Tage lang möglich war mit der Vorgabe keinen Mucks von sich zu geben. Und auch wenn es zu den meisten Dingen keine Aufzeichnungen der Details gab, meinte Justus es wären bis zu 9 Tage in Folge wo die Besatzung kein Essen, keine Klogänge und eigentlich auch gar keine Bewegungen machen durften. Die Matrosen, die großteils am blanken Boden schlafen mussten hatten 3 Monate auf See und danach 3 Monate Landgang. Die Offiziere waren 10 Monate auf See und hatten jedes Jahr 2 Monate Landgang. Ich empfehle dringend ein U-Boot zu begehen, dann hat man einen Eindruck wie wenig Platz das für 84 Menschen war. Die maximale Körpergröße von 1.65m und das maximale Körpergewicht von 60kg sind da sicherlich sinnvoll. Ach was red ich, wenn es nach mir ginge wäre die maximale Körpergröße 1.50cm damit man nicht an jeder Luke sich den Kopf anhaut. Die Offiziersmesse war dagegen schon echter U-Boot Luxus, sie war auch gleichzeitig ein OP-Tisch. Ich denke neben den Medizinern hatten es nur die Chef de Kombüse noch halbwegs gut mit ausreichend Platz in der Küche. Im Aufsatzturm, der übrigens geflutet wird und sonst nur zum Schutz vor der Gischt war bei Überwasserfahrten gab es die einzigen Minifenster im gesamten Boot, an anderer Stelle wäre das zu riskant wegen des enormen Drucks. Die U-434 war für 20m Periskoptiefe ausgelegt, hatte knapp 5.400 Pferdestärken und konnte mit Werftgarantie auf 400m absinken, den maximalen Tiefgang den sie erlebt hat war 440m – bei 600m wäre sie konstruktiv am Ende und den >60bar in der Tiefe materialseitig erlegen. Ich denke das schockierendste war für mich der Maschinenraum, bei verwendetem Dieselantrieb soll es hier etwa 70°C gehabt haben, durchgehend und das bei rationiertem Wasser von ca 1l / Tag. Nahezu unvorstellbar. Das U-Boot hat umgerechnet übrigens etwa 110 Mio Euro gekostet, ein vergleichbares Exemplar der Amerikaner oder Deutschen kostet im Vergleich knapp 1 Millarde. Da war der Preis für die Erstehung durch zwei Deutsche von knapp 1 Mio und nochmals soviel für den Umbau, inklusive Wendeltreppen wohl ein Schnäppchen. Auf jeden Fall ist man später für jeden m² in der eigenen Kajüte dankbar und es war ein tolles Erlebnis das nicht zuletzt ob unseres Guides eine Empfehlung in Hamburg ist.
Nach der Abgabe des Gepäcks ging es weiter zum Check-in, wo wir mitgeteilt bekommen, dass in Julis Gepäck ein Wurfmesser gefunden wurde. Sehr uncharmant formuliert von einem original deutschen Zollbeamten war erstmals die Stimmung im Keller, nebst der einfachen Wahrnehmung “wir haben sicherlich keine Wurfmesser dabei”. Das Wurfmesser sollte uns aber die nächsten Tage als Running-Gag begleiten – wird schon passen und wir werden das klären. Der erste Halt war daraufhin in der TUI-Bar an Deck 6, ein Aperol Spritz (Juli), Swimming Pool (Kathi), Campari Orange mit frisch gepresstem Orangensaft (Robert) und einen Caipirinha (Markus). Nach dem dritten Cocktail besserte sich die Laune langsam und wir konnten noch Beweisbilder machen, dass wir quasi alleine die Bar belagert hielten. Wenig später sollte es zur ersten Erkundungstour durch das Schiff gehen. 13 Decks – mit Outside Bars, Sportmöglichkeiten einer sehr aufmerksamen Crew, soweit man das am ersten Tag schon sagen kann – ja doch es ist ein guter Start. Die Klärung der Wurfmesser-Affäre würde noch weitere drei Gänge zur Rezeption beinhalten, konnte aber als hübsches Kiltaccessoire doch erklärt und geklärt werden. Alles halb so wild und “Much ado about nothing”. Um 18:15 ging es dann zur Seenotrettungsübung, neben dem 7 kurz 1 lang Warnsignal wurde uns vorgeführt wie man eine Schwimmweste anlegt – danach durften noch ein paar Hundert Leute darauf warten, dass ein paar andere Menschen ausgerufen wurden, der eine aus unserer Gruppe der nicht anwesend war, darf das am zweiten Tag in einer Einzelsession mit dem Kapitän nachholen *gähn*.
Um 19:00 quetschten wir uns noch in die Abendgarderobe und konnten die MeinSchiff 1 unter den Klängen von Unheilig – große Freiheit ablegen sehen. Wir haben uns das von Deck 11 oder 12 angesehen und auch die Gelegenheit genutzt ein paar Bilder zu machen, man legt ja nicht jeden Tag in Hamburg ab und die österreichische Marine kann so etwas seit knapp 100 Jahren nicht mehr anbieten.Den Abendausklang hatten wir im Restaurant. Ein Rindstartar und einen Zander als Vorspeise, gefolgt von Käsesuppe und einem Blattsalat als Zwischengang bevor es zu Barrakuda mit Kokosreis und Kochbanane oder dem Rinderfilet in einer Chili-Schokoladenreduktion kam. Als Nachspeise gab es Erdbeer-Lycheemousse oder ein Pralinenmousse mit Mandarinen. Abseits des Rotweins, der das Prädikat “Spucken nicht schlucken” hatte, war Cola-Zitrone das Modegetränk des Abends, dem alle außer Kathi folgten. Robert war da der Trendsetter – tolle Sache. Nachdem wir um 04:00 den Tag begonnen hatten, war es dann umso schöner den Abend in der Kajüte schon vor Mitternacht zu beenden und uns auf den ersten Seetag vorzufreuen mit einer zusätzlichen Stunde Schlaf.
Stilblüten des Tages:
Wenn wir ein Magazin für Männer (Beef) und ein veganer Magazin kaufen, haben wir doch auch geniale Beilagen zum Essen.

 

PS: Bilder gibt es erst nach dem Urlaub. Sorry!

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