Invergordon – Tag drei

Der erste Landausflug führt uns von Invergordon ins Gebiet des Clans Munro, auf eine Reise zwischen schottischen Schlössern und Loch Ness. Mitten in den Highlands, die ein drittel des Gebiets Schottlands ausmachen aber nur etwa 8% der Einwohner, lernen wir kurz nach dem Anlegen “Susan” kennen, die mitverantwortlich ist, dass unser Ausflugstag der etwa 8 1/2 Stunden dauern wird ein wundervoller ist – Kategorie: something to behold. Beim Grundkurs “Gälisch für Anfänger” lernen wir Worte wie Strath (breites Tal) und Glen (schmales Tal), Inver (Mündung) und das Invergordon nicht die Mündung von Gordon war sondern nur jemand der nachträglich den Namen der Ortschaft angepasst hatte.
Wir lernen schon am Weg warum Loch Ness schwarz ist (torfige Erde) und, dass der See der zweittiefste und voluminöseste des vereinten Königreichs ist, aber nicht der größte. Nessie kann sich in einem Becken austoben welches knapp 230m tief ist, durchschnittlich 1500m breit und etwa 35km lang. Ich hab schwarzer See erwähnt, oder? Zum Baden ist er nur für hartgesottene Kaltbader geeignet da er kaum wärmer als 5,5°C wird, er liegt übrigens am Great Glen.
Nebst strahlendem Sonnenschein treibt unser erster Halt uns direkt an Loch Ness an die historischen Ruinen von Urquhart, nebenbei ist das natürlich für Lenni der ideale Ort um sich etwas auszutoben. Ein paar Bilder und schon bekommen Juli und ich schelte, da wir 5min zu spät am Bus ankommen – Strafe: wir sollen singen (die haben ja keine Ahnung, für wen das eine Strafe wäre 🙂 ) – 10min Verspätung würde bedeuten, dass man tanzen und singen darf und nach fünfzehn Minuten darf man tanzen und singen wo der Bus stand.
Im Anschluss geht es weiter nach Inverness, der lokalen “Großstadt”, die von Königin Elisabeth II zum Jahrtausendwechsel als solche benannt wurde. Hier gibt es alle mögliche Industrie (Blutteststreifen) und ein wunderbares, ruhiges Krankenhaus. Kurzfristig hat man das Gefühl, Susan macht absichtlich Werbung dafür, wir sind allerdings beruhigt, dass von unseren 35 Leuten im Bus niemand vor oder nach der Reise den Bedarf zu einem Aufenthalt verspürt. Das kleine Städtchen ist lebenswert grün, wir halten direkt an der Kirche die wohl mit Pokemon GO! wirbt und auch für ihr gratis WLAN berühmt zu seien scheint. Im Highland Kilt Store von Fraser deckt sich Robert mit ein paar Gimmicks ein die super zu seinen neuen Anzügen passen und wir streunen auch durch den viktorianischen Markt, der uns aber wider Erwarten keine Fish & Chips bringt, also schauen wir noch flink zu Marks & Spencer auf eine Kleinigkeit zu beißen bevor es weiter nach Cawdor Castle fahren. Das Schloß wird nach wie vor bewohnt – also manchmal. Die Inneneinrichtung ist nicht halb so sehenswert wie die wundervolle Gartenanlage mit Labyrinth und die CCC (Chainsaw carving company) hat hinter der Burg ein kleines Meisterwerk hinterlassen an dem wir wieder die Photoapparate glühen lassen. Die Rückfahrt nutzt Susan um uns noch über die Schlacht von ******* an der die Jakobiten von den Hanoveranern verschnichtend geschlagen wurden zu erzählen, für die kommenden 40 Jahre waren sehr viele der schottischen Traditionen wie Kilt tragen oder Dudelsack spielen oder ähnliches strafbar. Am Rückweg lernen wir noch über die teuersten Flaschen Whisky, die um 50.000 – 150.000 € Besitzer gefunden haben, die teuerste von der lokal ansässigen Distillerie “große Wiese” Dalmore. Die Lagerhäuser sind tief schwarz gefärbt vom verdampften Alkohol, etwa 2% des Alkohols pro Jahr entweichen aus den Fässern, welcher von den Schotten liebevoll “Angel’s share” genannt wird, das entspricht etwa 100 Millionen Flaschen Whiskey im Jahr die hier an die Engel direkt weitergegeben werden, damit stellen die Schotten nachhaltig sicher die glücklichsten Engel auf der gesamten Welt zu haben.
Zurück am Schiff entscheiden wir uns diesmal für ein Abendessen im La Vela der italienischen Kombüse. Drei Sorten Pizza am Tag und Pasta die man selbst zusammenstellen darf. Der Service ist tatsächlich etwas italienisch, da wir alle zu unterschiedlichen Zeitpunkten unsere Hauptgerichte einnehmen, macht aber nix, die Pizza ist gemessen an der Distanz / Luftlinie Italien gut mit dünnem, knusprigen Teig und wir stibizen uns noch ein kleines Dessert am Weg zur Bar wo wir den Abend bei Klavierklängen langsam ausklingen lassen.
Motto des Tages: Friendship is like Whisky, the older the better. Too much of anything is bad, but too much of good Whisky is barely enough.

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