(Ost)Kanada 2013

Kanada 2013

Nein, es war kein ins kleinste Detail geplanter Urlaub. Aber lange vorbereitet und erwartet. Ein Wunsch den meine Frau und ich uns erfüllen wollten und ein mehr als dreiwöchiger Ausflug der uns hoffentlich ewig in Erinnerung bleiben wird. Ich für meinen Teil habe keine Zweifel daran.

Begonnen hat das ganze mit einem Flug Wien – Toronto, mit Austrian Airlines (Economy Class) – wenn man Turkish Airlines Flüge (z.B. nach Istanbul) gewöhnt ist empfehle ich das schon mal niemandem. Die Economy Class ermöglicht bestenfalls kurzes Dösen, an Schlaf kann man kaum denken – es ist laut und die Snacks und Getränke lassen zu wünschen übrig, aber ich nehme an das gehört so – ist ja Economy Class und die Airline dürfte sehr wollen, dass jemand der bequem reist Business Class bucht.

Toronto Teil 1

EichhörnchenIn Toronto angekommen haben wir unser Mietauto in Empfang genommen. Nach kurzem Upgrade, da wir etwas viel Gepäck hatten, haben wir einen Nissan Altima mit bislang 300km übernommen. Nach knapp 4.000km die ich mit dem Auto gefahren bin darf ich sagen: grundsätzlich eine positive Erfahrung. Ich bin kein übermäßig begeisterter Automatik Fahrer, aber es war durchwegs ein verlässliches Auto, dass viel Platz bietet und insbesondere in den entlegeneren Gegenden Kanadas mit solidem Satellitenradio auch für Unterhaltung und Informationen unterwegs gesorgt hat. Erste Station war Bonnevue Manor, und eine ganz klare 9 von 10 Punkten Empfehlung. Das exzellente Frühstück wird nur von der Gastfreundlichkeit des Besitzers (Glen) überboten. Die Zimmer (wir hatten Balkon) sind sicherlich nicht das günstigste Quartier Torontos, aber mit der guten Lage direkt zwischen Queen Street und King Street (mit Public Transport ca. 15min westlich des Stadtzentrums) war es eine großartige Ausgangslage für unsere Stadttouren, sowie um Ruhe zu finden und morgens wieder aufzutanken. Abends dann der erste Ausflug entlang der Queen Street ins Zentrum der Stadt – gefühlt würde ich sagen sind wir jeden Tag in Toronto mindestens 15km gegangen. Von Toronto gab es unter anderem einen Tagesausflug zu den Niagara Fällen, nicht zuletzt, da wir zu Weihnachten einen Helirundflug geschenkt bekommen haben. Dazu bietet es sich an in dem wunderschönen Örtchen Niagara-on-the-lake einen Zwischenstop zu machen und etwas die Auslagen zu bewundern. Leider war es unser erster Reinfall den wir essenstechnisch hinnehmen mussten aber trotzdem hat dieses Örtchen einen bleibenden Platz hinterlassen auf dem Weg zum Wasserfall. Ost-Kanada-31 Gut zu wissen ist auch, dass Niagara Falls übrigens eine unterschiedliche Ortschaft jeweils in Kanada und in den USA ist. Die Fälle selbst kann man schon aus der weiteren Distanz (bei gutem Wetter sogar vom CN Tower in Toronto) erkennen, da das Wasser hoch hinaus sprüht – ein toller Anblick wenn man die Fälle erreicht hat. Wenn ich mich richtig erinnere sind es so knapp eine Million Badewannen pro Sekunde die unglaublichen Wassermassen die hier unweit Torontos den Wasserfall hinabbrechen und gleichzeitig die Grundlage für knapp 1/3 der benötigten Energie Torontos. Der Heliflug war ein definitives Highlight. Eine unglaubliche Perspektive, die sich eigentlich gar nicht “so” auf Bildern festhalten lässt. Ost-Kanada-54Los ging es in Virgil und der Rundflug (ca. 25min) über Niagara Falls und den gesamten Fluss zurück zum Lake Ontario. Es ist sicherlich etwas zu laut (trotz Kopfhörern) um ein perfektes Sightseeing Erlebnis daraus zu machen, aber es war in jedem Fall unvergesslich.

Kingston und der Sandbanks Provincial Park

Eine Empfehlung die auf Glen aus Bonnevue Manor zurückgeht und die wir als ausgesprochen sehenswert empfanden ist der Sandbanks Provincial Park. Da wir ohnehin einen Zwischenstopp auf dem Weg nach Ottawa (haben wir aus Buchungsgründen auf Montréal geändert) machen wollten, bot sich das am Weg gelegene Kingston an. Am Weg dorthin liegt südlich von Belleville der Sandbanks Provincial ParkOst-Kanada-65. Also direkt am Lake Ontario Sanddünen und Sandstrände, weiter als man zu gehen vermag. Selbst Ende September ist bei gutem Wetter, wovon wir mehr als ausreichend hatten, der Strand ausgesprochen sehenswert und begehbar. Es passt einfach super in die Landschaft und bringt Abwechslung in das kanadische Landschaftsbild.

Die Übernachtung in Kingston war im Seven Oaks Motel, eine durchwegs angeneheme Motelübernachtung, wenngleich ein wenig zu laut durch immer wieder vorbeifahrende Züge, wenn ich mich richtig erinnere. Das fehlende Frühstück wurde uns primär aufgrund des wirklich sehr guten Frühstücks in Toronto bewußt, da half auch der Einkauf von Schoko-Soymilch und Orangensaft nur marginal für einen ähnlich guten Start in den Tag. In Kingston haben wir uns dann erstmals ein nettes Kaffeehaus gesucht und kurz 1000 Islands Cruise gegoogelt und sind fündig geworden – leider konnten wir uns den $5 (gesamt $10) Gutschein nicht ausdrucken und er wurde nicht von der Cruise-Gesellschaft anerkannt – Ost-Kanada-77das hat uns fast zum “Pfeif drauf” geführt, aber wir waren zum Sight Seeing in Kanada, und die 1.000 Islands Cruise war schon durchwegs sehenswert und geschichtsträchtig, deswegen zähneknirschend bezahlt und eine sehenswerte kleine Rundfahrt gemacht. Der Weg nach Montréal hätte dann so gegen 15:00 beschritten werden sollen und gegen 17:30 zu Ende – wäre da nicht der kleine Stau in Brockville gewesen der diese Reise um knapp fünf Stunden ausgedeht hat, letztlich waren wir knapp vor 22:30 in unserem B&B in Montréal angekommen.

Montréal

Die Auberge Manoir Ville-Marie war insbesondere frühstückstechnisch ein ziemlicher Reinfall, die Unterkunft sonst war groß und die Lage in Ordnung. Der erste Fehler nach Ankunft war, die Ratschläge zum Ausstieg und die Stationen der U-Bahn nicht ganz exakt zu lesen, so sind wir anstelle am Place des Arms am Place des Arts gelandet und haben dort relativ verzweifelt die große Notre Dame von Montreal gesucht.Ost-Kanada-84

Meiner Meinung nach hatte Montréal trotzdem schöne Ecken, es ist halt vom Stadtbild keine attraktive Stadt, aber man ist als Österreicher, der Wien gut kennt einfach ein wenig architektonisch verwöhnt. Montréal dagegen bietet in einigen Gegenden halt primär das Hochhausflair einer Großstadt und nicht Mal dieses. Sehenswert waren in jedemfall Vieux-Montréal davon insbesondere der alte Hafen und die Rue St Paul. Allerdings ein wenig befremdlich empfand ich, dass nahezu jede Straße im frankokanadischen Teil Saint… hieß. Irgendwie nicht nachvollziehbar, aber gut.Ost-Kanada-88

Den zweiten spannenden Teil von Montréal fanden wir mit dem Mont Royal, dem Hausberg Montréals an dessen Fuß wir eine freundliche & nette Bäckerei ausgemacht haben: Patisserie La Ruche eine 4,5 von 5 Sterne Empfehlung von der wir auch die Rue Saint Denis, die in der Umgebung wahrscheinlich bekannteste und nicht zu unrecht empfohlene Einkaufsstraße gefunden haben. Auch sehenswert.

Am Tag vor unserer Abreise aus Montréal haben wir uns dann das Stars und Sternchen Lebensgebiet und das Erholungsgebiet der Montréaler angesehen – Saint-Agathe-des-Monts – ich würde sagen im Indian Summer bleibt nichts anderes als atemberaubend zur Beschreibung schon alleine der Wegstrecke. Es war definitiv den Ausflug wert und etwas, dass man den Montréalern dann neben ihrem Hausberg ein wenig neidig sein kann. Für uns war es dann aber wieder genug hier und wir machten uns auf den Weg in die Hauptstadt Québecs nach Québec City.

Québec Stadt, der Chute Montmorency und ein Frühstück für Götter

Ost-Kanada-110Unser nächster Stopp war etwas weiter im Nordosten angesiedelt und führte uns nach Québec Stadt unser Quartier war in Cháteau-Richer angesiedelt, etwa 25 Autominuten entfernt und wir haben es nicht bereut, ganz im Gegenteil. Wir kamen am Nachmittag in Cháteau-Richer in unserem B&B “Gîte Un air d’été” (ein Hauch Sommer, wenn ich mich richtig erinnere) an und wurden von der Tochter der Besitzerin kurz herumgeführt. Jacuzzi am Zimmer, überdachter Whirlpool im Garten, daneben ein Pool, eine eigene kleine Insel mit Wasserfontäne und ein Frühstück, dass seinesgleichen sucht. Ich bin ja zugegeben nicht so der große Frühstücker, mir reicht oft ein Glas Orangensaft oder eine Tasse Tee zum Frühstück, aber was Linda jeden Tag für uns gezaubert hat, hat uns nicht nur davon abgehalten mehr als eine kleine weitere Mahlzeit am Tag zu uns zu nehmen, sondern insbesondere die mit viel Geschick zubereiteten lokale Spezialiltäten waren einfach ein Einblick in eine ganz besondere Form der Kulinarik. Es war bezaubernd.

Ost-Kanada-109Aber genug den Schwärmereien für das Frühstück, auch Québec Stadt weiß zu verzaubern und das schon am ersten Abend, als wir die Montmorency Wasserfälle aufgesucht haben, welche unweit unseres Quartiers auf uns gewartet haben. Seitlich, direkt im Schiefergestein des kleinen Vorsprungs gibt es einen gesamten Stiegenpark, der zur Begehung der Chutes wunderbare Auflegeplattformen für Photos bietet. Die gesamte Anlage wird (nicht zu unrecht) von dutzenden Québecern für ihren Morgen und Abendsport genutzt, zumindest bot sich uns das Bild in dieser Form. Die bunten Blätter der Umgebung waren wundervoll und die abendliche Beleuchtung hat uns für den nicht geplanten Wiederaufstieg entschädigt, welcher aufgrund der eingeschränkten Zeiten der Gondel (letzte Fahrt 17:00) stattgefunden hat.

Ost-Kanada-140In der Stadt selbst hatte es uns Vieux-Québec angetan, neben dem Chateau Frontenac und der Zitadelle findet man nahezu unzählige kleine Straßen und Gassen die sehens- und begehenswert sind. Die Québecer sind freundlich und an Touristen gewöhnt und insbesondere die kleine La Chocolaterie du Village hatte es meiner Frau angetan. In Québec war auch der Höhepunkt der Poutinekunst gefunden im Le Chic Shack und obendrein gute Shakes. Abseits davon sollte man in Vieux-Québec die Rue Champlain nicht verpassen, eine kleine touristische Seitenstraße, welche für mich das traditionelle Flair der Stadt an einem Ort festhält… und nachdem man sich nichts entgehen lassen sollte, ging es dann einen Tagesausflug nach Baie St. Catherine zum

Whale Watching

Ost-Kanada-156Mit AML Croisières haben wir für moderate $80 pro Person einen dreistündigen Ausflug zum Whale Watching gebucht. Wir haben uns gegen den Pickup mit Bus in Québec City entschieden und sind direkt von unserem B&B nach Norden gefahren bis zur Baie St. Catherine von wo wir in unser Schiff, die Grande Fleuve eingestiegen sind. Der Ausflug war atemberaubend schön und ich war das erste Mal dankbar, dass ich eine warme Jacke eingepackt hatte, die Strömu

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ng des Atlantiks, welche die Wale in den Sankt Lorenz Fluss schickt hat schon eine gewisse Kälte um sich. Aber die Aktivität an Deck war unbeschreiblich, das ständige Ausschau halten nach Walen war aufregend und jede Aufnahme – insbesondere jede Schwanzflosse die wir einfangen konnten hat uns die Kälte mehr als vergessen lassen. Für mich ein definitives Highlight unseres Urlaubs. Die drei Stunden waren auch im Umfang richtig gewählt und so ging es viel zu bald wieder zurück nach Chauteau-Richer, von wo wir uns packenderweise am nächsten Tag aus dem Staub gemacht haben. In Québec City ist noch der Aufenthalt in den Galeries de la Capitale erwähnenswert. Ja ich weiß, das ist nur eine Mall – aber mit Eislaufplatz, Hochschaubahn und und und … innenliegend. Das war schon sehenswert – für uns ging es dann bald weiter in Richtung Ottawa, der kanadischen Landeshauptstadt.

Ottawa

Ost-Kanada-173Was für Québec Samuel de Champlain war ist in Ottawa der Herr By. Unser Quartier am Byward Market (die Byward Blue Inn) hatte eine tolle Sache an sich – großartige Lage. Wir haben schon bei Ankunft noch einen Gang durch das Szeneviertel von Ottawa gewagt und die geschlossene amerikanische Botschaft bewundert – und uns gewundert ob das am Shutdown liegen mag, dass keine schwerbewaffnete amerikanischen Soldaten vor der Botschaft patroullieren oder das in Kanada normal ist. Byward Market ist wieder eine sehr lebendige Gegend und zum wahrscheinlich ersten Mal neben Toronto eine richtig saubere Stadt. Ottawa erinnert sogar entfernt ein wenig an Wien, wäre der Kaffee trinkbarer (was ja kein k.o. Kriterium für mich wäre) aber definitiv für meine liebe Frau, die generell in Kanada ihre liebe Not mit bitterem Kaffee hatte.

StarWarsIdentities_tootwee_5252dec04bb14Ottawa waren leider die ersten und glücklicherweise die einzigen zwei Regentage auf unserem gesamten Urlaub. Was neben der Gelegenheit zu lesen auch einen tollen Museumsaufenthalt mit sich brachte. Im Aviation & Space Museum Ottawa residierte nämlich zum Zeitpunkt gerade noch die Star Wars Identities Ausstellung. Schöne Sache für Erwachsene und Kinder zu gleichen Teilen würde ich sagen. Die Herkunft von Yoda und die ersten Skizzen von Jabba waren doch etwas, dass man nicht alle Tage zu sehen bekommt. Obendrein konnte man seine eigene Identität ergründen. Bei mir ist es ein Ewok Bounty-Hunter namens Tootwee geworden. Das Aviation Museum hat dann Klaudia umso glücklicher gemacht und ich bin mit meinem Buch deutlich weitergekommen bevor wir am nächsten Tag nach North Bay aufgebrochen sind.

 

North Bay

Ost-Kanada-184In North Bay sind wir im Sunset Inn geblieben wo wir mit den Worten “Hier gibt es quasi nichts zu sehen” empfangen wurden. Okay, wäre auch nicht weiter schlimm gewesen – ein wenig Erholung bevor wir nach Toronto zurückkehren, aber wir haben dann doch etwas gefunden. Im Nordwesten der Stadt liegen nämlich die Duchesnay Falls, die für einen Spaziergang einladen in einer malerischen Umgebung, sehr einfach zu begehen – entlang kleiner Trampelpfade und für Bilder waren sie fast perfekt, wäre das Wasser ein wenig klarer gewesen. Abse

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its davon war North Bay wirklich nicht aufregend, es war unser erster Besuch in einem Walmart – und man könnte tagelang durch diesen Supermarkt gehen und würde trotzdem noch Neues entdecken – endlose Weiten insbesondere zur Zeit von Helloween. Ein paar abendliche Schnappschüsse gab es dann noch vor unserem B&B und wenig später ging es weiter – oder besser zurück – nach Toronto.

Toronto Teil 2

In Toronto hatten wir das Glück, dass eine liebe Freundin meiner Mutter dort vor vielen Jahren ihr Quartier bezogen hat und so hatten wir noch das Vergnügen von ein paar Einheimischen Highlights in der Umgebung gezeigt zu bekommen. Zuerst hatten wir unseren vertagten Ausflug in den CN Tower, den ich nachträglich betrachtet um nichts in der Welt missen möchte. Die Reservierung im Restaurant 360° hat uns die Wartezeit erspart – UND – ein gutes Mahl eingebracht. Der Service war mehr als zuvorkommend, das Bier gut und das Essen auch einwandfrei. Aber deswegen besucht man nicht den CN Tower – der Ausblick… Mir fehlen die Worte. Schon beim Essen, im sich drehenden Restaurant (eine Drehung pro 72min) war sensationell. Aber danach waren wir noch auf der Aussichtsplattform, dem Glasboden und danach entschieden wir uns noch dazu in den Skypod hinaufzufahren. Alles idealerweise noch direkt beim Sonnenuntergang – ein Traum.Ost-Kanada-222

Unser nächster und letzter Ausflug führte uns am Tag darauf mit unseren Gastgebern in den Norden in den Algonquin National Park, wo sich Bär, Elch und Eichhörnchen noch Gute Nacht sagen. Auch wenn es nicht für Bären und Elche gereicht hat (die trifft man lt. Reiseführern auch am besten im März oder April des Jahres) war es ein farbenfroher Ausflug der uns auch durch das andersartige Muskoka geführt hat in dem die Flora ihre Eigenheiten auf wundervolle Weise präsentiert. Und unterwegs durften wir einen Pumpkin Day Flea Market besuchen, das ist auch ein netter Ort gewesen.Ost-Kanada-242

Am letzten Tag haben wir uns dann noch den Toronto Distillery District zeigen lassen und die ehemaligen Anwesen der Ziegelfabrik Toronto Bricks, die in ein ähnliches grünes Zentrum für allerlei Aktivitäten umgebaut werden. Danach ging es bald zum Flughafen, der Flug retour war ähnlich schlecht wie der Hinflug, ein paar Stunden Schlaf waren zwar drinnen, aber wie gesagt die Economy Class der Austrian Airlines besteht für mich nur dazu um den Aufpreis zur Business Class zu rechtfertigen…Ost-Kanada-246

Am nächsten Morgen sind wir dann in Schwechat angekommen und wenige Stunden später via CAT und S-Bahn daheim, wo unsere Mietztiger nach kurzer Wiedereingewöhnung ein wenig verschmuster als sonst sind.

Mein Fazit zu Ostkanada

Meine Highlights waren: Heliflug um Niagara, Whale Watching mit AML und der CN Tower

Die schönsten Städte waren: Ottawa, Toronto und Québec City

Was ich nächstes Mal anders machen würde: nicht viel, vielleicht andere Prioritäten – und ich hätte gerne in Toronto Zoo und Aquarium besucht (letzteres hatte leider noch nicht offen)

Was mich an daheim am meisten gefreut hat: die österreichische Küche

Zum Abschluss noch 250 Highlights von knapp 2.600 gemachten Bildern

Das gesamte Album auf Flickr

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Last stop before Toronto – North Bay (und die Duchesnay Wasserfälle)

Uns hatte es ja planmäßig nochmals weiter nach Nordosten verschlagen – quasi nach dem Prinzip, was wir noch nicht kennen – das sehen wir uns dann zumindest noch an. Das ging sich natürlich nicht für gesamt Ontario, geschweigedem Kanada aus, trotzdem war Northbay noch drinnen und ich für meinen Teil kann sagen – es war eine gute Entscheidung, dass wir den Schwenk noch gemacht haben bevor wir zurück nach Toronto fahren.

Wie kamen wir denn überhaupt darauf, dass es hier etwas gibt und nein, North Bay ist total unspannend. So oder so ähnlich wurden wir ja gestern hier begrüßt. Aber ganz im Gegenteil – es gibt hier – in dem kleinen Städchen wirklich unweit der Stadtgrenze Wasserfälle, quasi die “brauch-nicht-wandern-bin-schon-da” Wasserfälle von Northern Ontario. Und sie sind sehenswert – photographierenswert da bin ich mir noch ein wenig uneins – warum? Natürlich weil das Wasser (leider) ziemlich braun-rot ist und deswegen die Bilder nicht unbedingt den “wow” touch und Effekt haben, den sie eventuell haben könnten. Aber es ist ein toller Ausflug gewesen.

Danach ging es noch etwas in die Stadt – zu Essen haben wir etwas in der Mall gefunden, das ist irgendwie normal hier und auch die günstigste Lösung an qualitativ stabiles Essen zu kommen. (Einer der Punkte wo ich mich wirklich wieder auf daheim freue ist in der Tat: Essen und insbesondere auch Essen gehen) und auf nicht vollkommen übersüßte Getränke und kleinere Packungen bei allen Dingen. Natürlich auch auf Menschen die nicht nahezu ständig mit sich selbst sprechen (nicht alle – aber es scheint wirklich fast immer einer in der Nähe zu sein, wenn man draußen unterwegs ist).

Québec, Ottawa und die Ankunft in North Bay

Nachdem ich die Woche mit WordPress einen halben Artikel verloren hatte, hab ich ein wenig den Spaß am Urlaubsbloggen verloren – aber der Ärger hat sich wieder gelegt und ich werde versuchen unsere Reise nochmals kurz zusammenzufassen:

 

Nach Montréal sind wir bekanntlich in Québec gelandet, die mit Abstand sehenswertere Stadt, von der wir uns am dritten Tag losgesagt haben (oder losgerissen) um entlang des Saint Laurent Rivers nach Nordosten zu fahren und dort uns Wale anzusehen…. Wale im Landesinneren? Ja, da der Saint Laurent (einer der größten Ströme Nordamerikas) direkt vom Atlantik eine frische (ja, es war kühl) Strömung und mit ihr allerlei Meeresgetier abkriegt. Whale-watching war unbeschreiblich, viel mehr als man auf unseren Bildern sehen kann ist es das stetige hin-und-her suchen an Deck des Schiffes nach Luft-Wasser Stößen oder Walkörpern die je nach Art zwischen wenigen Metern bis zu drei dutzend Meter lang werden können. Wenn wir unserer stetig kommentierenden Bootsführerin glauben schenken darf war der zweite Wal einer der wirklich größeren (wenn auch kein Blauwal). Sehr spannend sind die kleineren Beluga-wale die dort heimisch sind und sich aus dem Gebiet auch nicht wegbewegen. Ich glaube neben dem Heliflug über Niagara war das mein absolutes Highlight im Urlaub… Sonst kann man nur sagen, dass Québec einen sehr angenehmen Charakter als Stadt hinterlässt, etwas ruhiger und geordneter und ansprechender als manch andere Stadt hier – sie hat obendrein noch Kultur und das sieht man ihr an. Unser Quartier in Cháteau-Richer war “Gite un air d’ete” und für mich die absolute Empfehlung für diese Region. Unsere Gastgeber (Linda und Claude) haben uns das ohne Übertreibung beste Frühstück bereitet, dass man sich vorstellen kann und was will man mehr als ein Quartier etwas außerhalb – direkt am Strom gelegen mit Jacuzzi im Garten, bei dem man den Sternenhimmel und die Nacht im Warmen genießen kann? Aber irgendwann (am nächsten Tag) wollten wir weiter.

Ottawa war unser nächster Stop auf der Liste. glücklicherweise (nicht so wie am Weg von Kingston nach Montréal) auch ohne gröbere Staus oder Zwischenfälle auf der Straße. Einquartiert haben wir uns im Byward Blue Inn, welches uns aufgrund seiner Downtown Lage angesprochen hat, zu Recht. Das Hotel selbst ist nicht übermäßig “toll”, auch nicht wirklich günstig, aber man findet sich mitten in der Stadt wieder und wir hatten das erste Mal seit unserer Ankunft in Kanada Regen ab dem ersten Morgen. Den Abend hatten wir zum Glück noch für einen Ausflug durch die nähere Umgebung genutzt, ohne wirklich das Nightlife zu genießen, aber um einen ersten Eindruck zu bekommen. Am nächsten Tag haben wir uns durch ein paar Malls bewegt und den Tag zur Regeneration genutzt. Am Tag vor unserer Abreise wollten wir erst ins Museum of Science & Technology (leider geschlossen am Montag) dafür waren wir im Space & Aviation Museum und sind dort vorab gleich in die Star Wars Identities Ausstellung gestolpert. Schöne Ausstellung, hat Spaß gemacht – nur leider ist bislang meine e-Mail mit der “eigenen” Star Wars Identität nicht angekommen, sehr schade. Eigentlich sogar ärgerlich.
Im Aviation Bereich hat es natürlich insbesondere meine Frau von links nach rechts gezogen – ich hab die Zeit für mich genutzt um etwas weiterzulesen nachdem ich 1 1/2 mal durch die Ausstellung geschlendert bin.

Mittlerweile sind wir in North Bay angekommen, die Reise auf der 417 / Highway 17 ist unbeschwert und mit sehr wenig Verkehr entlang einer ausgesprochen schönen Gegend. Leider sind wir ein paar Wochen zu spät für einiges was man hier am Weg hätte sehen können und in North Bay wurden wir im Sunside Inn ohnehin mit den Worten begrüßt “Was macht ihr denn hier – hier ist es langweilig” – oder so ähnlich kann man das übersetzen. Naja, wir sind seit mehr als 2 Wochen on the Road(trip) durch Kanada und wir werden hier wohl auch die eine oder andere schöne Ecke finden – oder wir genießen einfach die Landschaft mit einem Buch oder Laptop & iPad oder so. Langweilig wird uns sicherlich nicht und ein bisserl Erholung find ich persönlich gerade auch gar nicht so verkehrt.

Letzter Tag in Montréal – Umgebung (Tag Zehn)

Am letzten Tag in der Umgebung von Montréal sind wir dem Reiseführer mit der Empfehlung die Autoroute 15 nach Nordwesten zu fahren gefolgt…

Nach der morgendlichen Inanspruchnahme des Wash & Fold Services in 4275 Saint Jacques ging es ohne große Verzögerungen in Richtung Nordosten dem etwa 1.000m hohen Gebirgen in weiterer Entfernung auf der Spur bis zu einer kleinen Stadt Namens Sainte Agathe-des-Monts. Auf den ersten Blick, wenn man in die Stadt fährt sieht sie ein wenig “normal” aus, aber im Stadtzentrum offenbart sie eine Offenheit, Abwechslung und wundervolle Lage, die den Tageseindruck von “OMG that’s the Indian Summer!” zu einem tollen Höhepunkt geführt hat.

Was in Montréal den Einwohnern regelmäßig fehlen dürfte, holen sie sich halt hier ab, es ist eine gute Stunde Autofahrt, aber wohl zu jeder Jahreszeit gut investiert. Das Städchen liegt zwischen Anhöhen (lokal würde man sie vll sogar als Berge bezeichnen) und Seen und hat schon ein kleines “Paradies auf Erden” Etikett verdient. Leider ist ein Großteil der Seen nicht einfach zugänglich (da Privatbesitz) und laut Reiseführer wohl auch in guten Händen, da so manche Hollywoodgröße sich hier Besitz zugelegt hat. (Silvester Stallone, Madonna und Donald Sutherland – letzterer kommt ja aus Neubraunschweig, einem nochmals östlicheren Teil Kanadas).

Stärkung zu Mittag gab es dann noch bei Pizza Hut, Klaudia hat’s geschmeckt – ich hatte bei Double Pepperoni with Cheese nicht ganz “Pfefferoni Wurst” erwartet, aber nach etwas Sezierarbeit war es zumindest essbar. (Bin ja selbst schuld, dass ich beim Essen immer so schwierig bin) – auf unserem Rückweg sind wir noch beim lokalen Supermarkt (Metro) gehalten – und es war – beeindruckend – lasst es mich so beschreiben: Was ein Österreicher in einem deutschen Supermarkt beim ersten Betreten fühlt (uff, soviel – braucht man das alles – naja, sieht schon interessant aus…) so ging es heute meiner Frau im kanadischen Supermarkt. Gefühlte 30 lokale Sorten Orangensaft (in diversen Mischungen) im Kühlregal und mindestens ebensoviele Cookies (mit Ahornfüllung, mit diversen Schokoladefüllungen usw usf.)

Am Rückweg wollten wir eigentlich noch im Dorf des Weihnachtsmannes anhalten, aber in unserer Richtung war leider Abfahrt #1 nicht vorhanden und Abfahrt #2 barrée (gesperrt). Sollte nicht sein, wäre interessant gewesen, aber es ist ja auch noch lange nicht Weihnachten, also auch halb so wild. Als wir wieder in Montréal waren haben wir uns spontan nochmals für La Ruche entschieden auf einen Tee (Markus) und eine heiße Schokolade und ein Café Baiser – dort haben wir unser Quartier für Quebec ausgewählt und einen ersten Plan für die frankokanadische Altstadt gemacht.

Am Weg zum B&B beim Wash & Fold Service vorbeigeschaut und jetzt noch etwas Rast und Ruhe bevor es morgen auf den nächsten Roadtrip geht. Geplant wäre der Chemin du Roy (Weg des Königs oder so ähnlich) nach Quebec, der uns durch die Cantons-de-l’Est führt, die durch enge Täler und herausgeputzte Städtchen glänzen soll – wir sind gespannt.

Montréal Tag sieben und acht

Wir hatten keinen guten Start mit Montreal, erst waren es sieben Stunden Autofahrt statt 2 1/2 und dann war das Frühstück in unserem B&B eher schlecht als recht. Montreal dürfte auch nicht so die Sightseeing Stadt sein, zumindest ist das der Eindruck soweit. Ein paar durchwegs attraktive Ecken gibt es so Vieux Montréal (die Altstadt), aber die ist ziemlich überlaufen und wirklich touristisch ausgelegt. Was mir am ersten Tag gut gefallen hat war der alte Hafen, der malerisch bunte Blätter zeigte und die Erinnerung, dass wir uns im Indian Summer befinden, einmal aufgefrischt hat.

Begonnen hatte der erste Tag mit dem Spaziergang durch unser Viertel – älter und nicht übermäßig attraktiv. Bis zur ersten U-Bahn Station wo wir uns für je $12 ein Wochenendticket der STM begönnt haben. Das erste Missverständnis war die Empfehlung bei Notré Dame zu starten (Place d’ Arms) und ich Schussel bin am Place d’ Arts ausgestiegen (war auch ohne Umsteigen viel praktischer) – mitten in ein paar Kunsttagen hier in Montréal und dabei war wenig Kunst, die man unbedingt sehen oder hören muss dabei :).

Quer durch die Stadt vom Place d’ Arts zum Place d’ Arms geht sich es dann auch durchwegs lange und man hat primär etwas wenn man den alten Hafen mitnimmt am Weg. Was hier sehr stark auffällt ist, dass Montréal keine saubere Stadt ist – natürlich nicht wenn man Wien gewohnt ist, aber auch sonst nicht unbedingt. Der Schmutz in den Becken gibt schon ein wenig zu Denken und nimmt viel Positives von der Atmosphäre der Umgebung. Auch die Gerüche der Straße nimmt man nicht wirklich sehr positiv wahr. Die Notre Dame hier ist allerdings trotz alledem ein beeindruckendes Bauwerk, wie man es sich, wenn man schon mal hier ist – nicht entgehen lassen sollte. Danach haben wir den Eingang zum berühmten Underground City Netzwerk von Montréal gesucht und sind im Eaton Centre fündig geworden, nachdem wir am Weg noch Indoor Eislaufen beobachten konnten. Sah nach viel Spaß aus – insbesondere ein wagemutiger Japaner der seine ersten Runden drehte. Die Underground City war am ersten Tag nicht was man “spannend” titulieren möchte, aber trotzdem beeindruckend, wenn man sich 30km weit unter der Stadt bewegen kann. Ich stelle mir das bei den frostigen Wintern (-20 Grad und böser Wind) tatsächlich sehr heimelig vor, wenn man in der Stadt etwas erledigen muss und nicht an die Oberfläche muss dazu.

Tag zwei in Montreal startete dann schon mit etwas mehr Underground, aber Samstag&Sonntag dürfte in Montréal im Gegensatz zu Toronto deutlich weniger Aktivität zeigen, insbesondere bei Shops unter der Erde. Danach in die etwas überfüllte U-Bahn und zum Mont Royal, wo wir unterwegs eine gemütliche (wenn auch etwas steril eingerichtete) französische Bäckerei gefunden hatten. Frisch gestärkt ging es zur Rue Saint-Denis die eine überraschend angenehme Einkaufsstraße mit angenehmen Flair ist – nach kurzem Flanieren im Bistro Grain De Folie eingekehrt – positiv überrascht – mein Salat Grain De Folie war wirklich gut – knuspriges Hendlfleisch mit Geschmack auf frischem Salat – nur das Dressing war anfangs gewöhnungsbedürftig – aber das ist per se nicht negativ. Unser zweiter Montreal Tag endete mit einem Spaziergang zurück. Mal zur Abwechslung keine 20km Fußmarsch – insbesondere nach gestern (erstes Mal Blasen gelaufen) war das eine angenehme Abwechslung.

Für morgen ist noch der Mosaicultures International geplant und eventuell ein Ausflug in Richtung Mont Tremblant – mal sehen, bislang haben wir sehr angenehmes, sonniges Wetter – durchgehend – seit wir in Kanada mit Regen begrüßt wurden. Wenn das so bleibt werden es morgen hoffentlich wieder gute Bilder, meine Ausbeute für Montreal Tag 2 ist ernüchternd schlecht.

Reisetagebuch Kanada – Kingston (Tag Sieben)

Die sechste Nacht auf kanadischem Boden, im Seven Oaks Motel war etwas laut, da wir wohl unerwartet von Zügen oder RiesenLKWs eingekreist waren, keine Ahnung wie das passieren konnte. Im Motel fehlte natürlich auch ein entsprechendes Frühstück und so starteten wir mit Erdbeer bzw. Schokolade Soy Milch und ein paar Frühstückskeksen.

Also was machen wir schon, wenn wir in Kingston sind? Richtig, wir sehen uns auch diese Stadt ein wenig an. Kingston selbst lädt dazu aber herzlich wenig ein, weswegen wir uns im IInternet (und im Reiseführer) schlau gemacht haben und rausfinden, dass es eine 1000 Islands Cruise gibt. Klingt doch spannend, oder?

Zur Stärkung gab es noch einen ausgesprochen guten Chai und von dort noch ein paar Coupons gefunden für $5 off. Die natürlich nicht-ausgedruckt auch nicht gültig waren – und während ich schon mit dem Gedanken gespielt hab einfach zu sagen – los, lassen wir die unfreundliche Tante am Schalter und ziehen wir weiter, hab ich mich eines besseren besonnen und mich für die Kreuzfahrt, auch ohne Vergünstigung entschieden.

Die Kreuzfahrt selbst war sehenswert, knapp 90min ging es einmal rund um die größeren Inseln und es gab englischen Audiokommentar von Sir MacDonald, dem ersten Premierminister von Kanada, einem ausgesprochen sympathischen Schotten 🙂 – und eine Menge Möglichkeiten Bilder zu machen und Eindrücke zu sammeln obendrauf. Mir hat’s gefallen.

Nachdem wir in Ottawa so kurzfristig kein brauchbares Quartier gefunden haben, verlegen wir kurzerhand die Hauptstadt auf die RÜckfahrt und ziehen nach Montreal weiter – ca. 2,5h Autofahrt von Kingston, wäre da nicht die Totalsperre bei Brockville und so sind es 3,5h Stau und 2,5 Stunden Autofahrt. Kurz vor 23:00 in unserem neuen B&B in Montreal an, welches bis Dienstag unsere Base of Operations sein wird.

Reisetagebuch Kanada Tag drei, vier, fünf und sechs

Es hat ein bisserl Zeit gebraucht bis wieder die Muse vorbeigekommen ist um einen gesamten Eintrag fertigzustellen, was nicht bedeutet, dass ich nicht täglich ein bisserl weitergeschrieben hatte. Was ist denn passiert?

Tag drei trafen wir eine Kindheitsfreundin meiner Mama, die vor 17 Jahren nach Toronto ausgewandert ist.

Tag vier war abwechslungsreich, unsere erste Reise die von Toronto nach Südosten geführt hat zuerst nach Niagara-on-the-Lake, dann zu den Niagara Falls und anschließend nach Virgil um von dort noch einen mehr als würdigen Abschluss zu finden, die Sunset Helitour über die Niagara Falls mit kleiner Sidetour über den Lake Ontario.

Tag fünf dagegen führte gemütlich zurück nach Toronto, wo das wundervolle Wetter dazu einlud sich das Schuhmuseum anzusehen und zwischen in den Straßen spazieren und den Kaffeehäusern pausieren ein vorerst toller Ausklang einer tollen Stadt zu finden war.

Tag sechs beginnt die Reise nach Osten mit dem ersten geplanten Zwischenstop in Kingston, allerdings anders als gestern Abend noch angenommen gab es als Abschied von Glenn, dem B&B Besitzer von Toronto noch wirklich 1a Tipps für den Weg.

Tag drei – Toronto Islands

Tag drei trafen wir eine alte und sehr gute Freundin meiner Mama die es vor siebzehn Jahren nach Toronto verschlagen hat. Treffpunkt war der CN Tower auf den wir dann eigentlich planmäßig auch raufwollten, aber das haben wir wegen Höhenangst unserer Begleiterin auf ein anderes Mal verschoben, stattdessen widmeten wir uns dem guten Wetter und spazierten in Richtung der Fähre südlich des Towers um die Toronto Islands zu stellen. Keine Fehlentscheidung, ganz im Gegenteil. Ausgesprochen sehens- und photographierenswert sind diese Inseln direkt vor Toronto. Schon die Überfahrt ist ein Ereignis, da ein Toronto City Airport direkt die Einflugschneise über dem Fährweg hat und man so einige Flugzeuge von sehr nahe beobachten kann. Auf der Insel findet man, wie auch schon bei unserem morgendlichen Spaziergang entlang des Lakeshore Boulevards Gänse. Tolle Sache. Möwen gab es in Wassernähe natürlich auch ausreichend und mehr als eine war den Kameras zugetan… Am Nachmittag ging es relativ flink zurück zum B&B, da wir zum Abendessen eingeladen waren und ein sagenhaft gutes Steak bei Angie und Bebe genießen durften. Mit soviel netter Gesellschaft verging der Abend dann auch deutlich schneller als uns lieb war und – leider – konnte man auch am dritten Tag noch deutlich die Zeitumstellung spüren, so richtig lange aufbleiben geht irgendwie nicht so ganz. Nunja, dafür konnten wir bald mützeln gehen und Tag Nr Vier wartete schon.

Tag vier – Niagara all day

Erster Tag mit dem Mietwagen auch wirklich unterwegs, uns verschlägt es auf der Strecke um Lake Ontario in den Bezirk “Niagara” und von dort an die doppelte Empfehlung von Niagara on the Lake. Und ja, der erste Eindruck war durchwegs positiv, es ist zwar ganz unübersehbar auf Tourismus ausgelegt, aber durchwegs sehenswert – viele kleine Geschäfte mit Kleinstadtfeeling deluxe. Leider hat hier das erste Mal seit wir über den Atlantik gekommen sind das Essen nicht wirklich überzeugt. Nach einer kleinen Shoppingtour sind wir weiter in Richtung Niagara Falls aufgebrochen, der Niagara Parkdrive sei dabei jedem empfohlen, den er hier in die Gegend verschlägt. Ein entspanntes Fahrgefühl war heute auf der Strecke zu spüren auch mit definitiv Vieltonnern auf allen Spuren, die Fahrdisziplin der Kanadier ist da eine deutliche Liga unterschiedlich von daheim…
Bei den Niagara Falls angekommen kann man sich zwischen zwei Sichtweisen entscheiden – Optimism weil die Niagara Falls einfach überwältigend sind und Touristic weil auf einen Blick die Landschaft von Casino und Hotels und wolkenkratzerartige Großhotels auf beiden seiten des Flusses (USA und Kanada) einfach stark diese Richtung prägt.
Also Kameras ausgepackt und ab auf die Fluten zu, leider waren wir heute etwas spät für die Maid of the Mists (Bootstour) aber wir planen das falls es einen zweiten Besuchvor dem Rückflug gibt.

Tag fünf – Flanieren und Pausieren

Ich geb’s ja zu, es hat mich etwas am Magen erwischt, irgendwie hab ich aber den Niagara Ausflug überstanden und kann mich so über einen etwas ruhigeren Tag in Toronto bevor wir gegen Osten aufbrechen freuen. Morgens geht erstmalig unsere Wäsche zur Laundry ($10) mit dem Hinweis um 1:00 nachmittags wäre selbige fertig – ob unsere Sachen das wohl heil überstehen?
Naja, weniger grübeln und mehr genießen, also ab in den Streetcar und in Richtung Yonge Street, wo wir uns einen gemütlichen Tagesstart gönnen, einen gebrochenen Objektivdeckel ersetzen und uns Info-Broschüren für die bevorstehende Reise im Tourist Information Center holen. Mein erster Eindruck von Bestbuy ist nicht sonderlich gut, auch wenn man bemüht ist mir etwas zu verkaufen. Dagegen kann man bei Black’s sofort die 55mm Lenscap ($8) erstehen – der Dialog mit dem Verkäufer ist allerdings wieder sehr darauf aus mir UV Filter für all meine Objektive anzudrehen was ich entschieden ablehne (hab ich doch die meisten UV Filter erst vor ein-zwei Jahren abgeschraubt…)

Nach einem stärkenden Chai geht es dann in das Toronto Shoe Museum – eine interessante Zeitreise durch die Geschichte der Schuhe, allerdings leider mit einem (ich denke aktuell) starken Fokus auf Sneaker und deutlich zu wenig Boots. Nunja trotzdem etwas Bildung war es in jedem Fall und danach gab’s für meine Frau noch ein Paar von John Fluevog. quasi nach dem Gusto holen im Museum… Den späten Nachmittag ließen wir dann auf unserer Terasse ausklingen, wäre schade gewesen die nicht zumindest einmal genutzt zu haben und nachdem wir täglich 12-15km gehatscht waren tat es auch wirklich, wirklich gut.

Tag sechs – der Beginn der Reise

Wie wir schon am dritten Tag festgestellt hatten ist morgens eine gute Zeit um aus der Stadt zu reisen – man sieht kilometerlang wie viele den Weg in die Arbeit suchen und freut sich, dass man in die andere Richtung unterwegs ist. Also ging es am Vormittag gemütlich zum letzten Frühstück in Bonnevue Manor mit unserem Gastgeber Glenn, der sich täglich mit Tipps und Ratschlägen bemerkbar gemacht hatte, auch heute sollte das nciht anderes verlaufen. “Kingston? But you can’t drive the highway 401 – you will miss something…” so begann es und wir haben es wieder nicht bereut auf ihn zu hören. Also mitsamt Gepäck ab ins Auto und ab durch die Stadt, teilweise natürlich doch den 401 Highway East entlang, aber bei Wooler Road ging es Richtung Süden. Das war ein gänzlich anderer Landstrich, weite Flächen, kleine und große Häuser und spürbar gegenwärtig der Indian Summer der hinter jedem Blatt wartet darauf entdeckt zu werden. Nachdem wir der Wooler Road gefolgt sind waren auch schon die versprochenen Sandbänke und Sanddünen (Dünen!) angeschrieben – die Zeit verging sehr flink und plötzlich war es einer der schönsten Sandstrände die man sich um diese Jahreszeit vorstellen kann. 20°C, strahlender Sonnenschein und der Süßwassersandstrand  des Lake Ontario welcher von einer schieren Unzahl an Muscheln geziert wird. Von hier war der weitere Weg einfach nach Picton und von dort an den Lake of the Mountain Provincial Park welcher direkt zur Glenora Ferry (yay, gratis Attraktion) an die andere Seite führt und tatsächlich Teil des Loyalist Parkways sein dürfte. Dieser führte uns direkt nach Kingston wo wir nach einem Stop bei Aunt Lucy’s in unserem ersten Motel gelandet sind – dem Seven Oakes Motel zum Ausruhen der müden Füße.

Reisetagebuch Kanada – zweiter Tag

Der Tag begann ungewohnt laut, die dünneren Wände haben um ca. 07:00 kanadischer Zeit mitgeteilt, dass einige im Haus duschen, aufstehen und sich fürs Frühstück fertig machen. Ist aber unproblematisch, im Bett konnte man ausgezeichnet schlafen und der Tag begann trotzdem sehr gut. Nachdem Glenn, unser Gastgeber im B&B gestern von seinem Frühstück erzählt hat war mir eines klar: Wenn es halb so gut ist wie es klingt – “nom nom nom”. Und das war es auch – frische Früchte, Saft, eine gute Auswahl von Tees und abseits eines Zuckerschocks vom nicht ganz freiwillig gekosteten Apple-pie und einem etwas zu weichen Frühstücksei war es wirklich ausgezeichnet. Auch nach der ersten Nacht war unser Gastgeber wieder ausgesprochen auskunftsfreudig und hat uns Vorschläge gemacht was wir unbedingt einplanen sollten und wo wir essen gehen sollten.

Der morgige Tag hat sich zwischenzeitlich mit einer “WIR SIND VERPLANT” Aktion begonnen. Also noch nicht begonnen, aber verplant sind wir, da eine ausgewanderte Freundin die in Toronto wohnt uns wohl unter ihre Fittiche nimmt. Wir haben  uns dafür heute den Worlds largest bookstore vorgenommen und ich hab mich vorerst dagegen entschieden ins nebenliegende “ROLE PLAY CAFE” hineinzugehen, nicht auszudenken was da alles passieren könnte, wenn ich dieses betrete. Danach ging es ans flanieren entlang der Yonge Street. Ein definitiver Eindruck den Toronto hinterlässt ist, dass sehr viele unterschiedliche Einflüsse die Stadt prägen und geprägt haben.

Kaum hatte ich die Kamera in der Hand war es übrigens soweit, dass wir als Touristen identifiziert wurden. Ärgerlich, bislang war uns das noch nicht passiert. Woran ich offensichtlich arbeiten muss ist mein Akzent, da ich hier für einen Amerikaner gehalten werde. Naja es gibt Schlimmeres. Außerdem gab es für diese Identifikation einen Tipp in jedem Fall zum Queenspark zu gehen.

Also beschlossen wir in Richtung der kanadischen Kensington Market Version zu gehen und auf dem Weg lag ein “Festival”: Word on the Street – kurz gesagt: die halbe Frankfurter Buchmesse im Queens Park in Toronto. Sehr freundlich und offen, ein wenig mehr Jahrmarkt Charakter würde ich sagen, aber alles in allem ausgesprochen empfehlens- und sehenswert – ein Glückstreffer für uns. Neben dem Writers Block gab es jede Menge regionale und internationale Lesungen und ich denke für alle etwas dabei. Insbesondere den Gedanken “Lesen” attraktiv zu machen für alle – fand ich sehr positiv und so war das gesamte Festival mit einem Schmunzeln und Lächeln wahrzunehmen. Als wir Queenspark wieder verließen ging es weiter durch Torontos Chinatown – welches auch einen interessanten Eindruck hinterlässt bis wir an der Kunstgalerie vorbei in Kensington Avenue angekommen waren. Dort gab’s für Klaudia ein Omelett mit Spinat, Schinken und Käse und für mich ein ausgesprochen schmackhaftes Chili con Carne *nom*

Den Rückweg haben wir wieder über die Queens Street bestritten und ich bewundere immer noch wieviel Leben die Straßen hier in sich haben, das ist sicherlich mal primär positiv zu beurteilen, einzig etwas seltsam fanden wir den Anteil an Menschen die mit sich selbst sprechen und offensichtlich halb Betrunkenen in den Straßen. Aber so ein bisserl Wahnsinn dürfte weitverbreitet sein, nein ehrlich, das ist eine Beobachtung die gestern und heute etwas geprägt hat.

Reisetagebuch Kanada – erster Tag

Lange hat es gebraucht, über 33 Jahre bis ich zum ersten Mal den Atlantik überquere. Aber seit 1 1/2 Jahren war es ein Grund zur Vorfreude – einen langen und hoffentlich erholsamen und aufregenden Urlaub in Kanada zu haben.

Unser Tag beginnt um 06:15 mit Tagwache und letzten Vorbereitungen für die Abreise. Pünktlich um 07:15 steht mein Papataxi vor der Türe und wir fahren 30min zum Flughafen. Wir haben ausreichend Zeit eingeplant – eigentlich fast zuviel – aber Langstreckenflug + Verspätung (auch wenn ein Stau ist) passt schon mal gar nicht in einen guten Urlaubsstart. Also nutzen wir, dass wir auch bei der Flughafenkontrolle + Gepäckaufgabe in weniger Minuten durch sind als gehofft und genießen noch ein kleines Frühstück im Vienna Coffeeshop.

Um 10:00, knapp 30min hinter offizieller Ankündigung startet dann tatsächlich das Boarding, die Maschine – eine Boeing 767 bietet ausreichendst Platz – was vor Einstieg auffällt ist, dass sehr wenige Österreicher an Board sind – kein Wunder es dürften vielen Amerikaner und Kanadier bei uns zu Besuch gewesen sein. Dann die erste (nicht ganz unerwartete) Überraschung – in der Langstreckenmaschine der Austrian Airline ist der Flußraum der Economy-Class eine gute Handbreite geringer als der Economy-Class der Turkish Airlines. Ja, ich gebe zu – am Weg nach Istanbul ist das genauso – deswegen fliege ich immer bevorzugt Turkish Airlines; aber ich muss schon sagen, dass bei einem 10 Stundenflug ich mir ein paar cm Beinfreihheit gewünscht hätte.

Ab in der Luft vergeht die Zeit in der typischen Manier – ein paar Filme (The Internship – Comedy 8/10; A-Team – Action 5/10; Pilot von The Following – Thrillerserie 9/10 u.a.). Das Essen (Maccaroni für Klaudia, Händl mit Reis und Curry für mich) ist okay, der kleine Snack vor Landung (Toast mit Putenschinken) ist mehr Qual (als Nichtschinkenesser) als Genuß.

Knapp 9,5 Stunden nach Abflug ist es dann soweit, nach einigen Beobachtungen des fremden FEstlands aus der Luft setzen wir unsere Füße auf kanadischen Boden. Eine erste Passkontrolle erwartet uns knapp 100m nach dem Ausstieg, dann geht es quer durch den großen Pearson Airport von Toronto. In der Einreisekontrolle (Formulare gibt es schon im Flugzeug) bietet sich ein Bild, dass ich von Istanbul Atatürk sehr gut kenne. Einheimische werden von Touristen getrennt – die kanadischen Anreisenden haben gut besetzte Schalter und haben eine Wartezeit von knapp 5 Minuten – der Rest quält sich (ist übertrieben) durch eine endlose (das ist nicht übertrieben) Schlange. Danach geht es weiter zum Gepäck, dass erfreudlicherweise & nicht unerwartet schon auf uns wartet.

Am Schalter von Alamo erlaube ich mir noch unseren Mietwagen upzugraden, die größeren Gepäckstücke laden nicht zur Reise im Fiat 500 (oder ähnliches) ein, also bekommmen wir einen Mittelklassewagen von Nissan. Hinein ins Auto und – achja, Nordamerika – also Automatikschaltung. Vom Flughafen in unser Quartier, welches leicht außerhalb des Stadtzentrums wartet stauen wir uns durch Toronto. Das dürfte hier so üblich sein, naja was soll’s – eine Stunde später sind wir in Bonnevue Manor angekommen – unweit der Queensstreet und unweit der Küste und wir werden dort von Glenn begrüßt, der uns viel über die Gegend, sein Bed & Breakfast und Himmelsrichtungen erklärt. Alles in Allem ist der erste Eindruck von unserem B&B überwältigend positiv. In wenigen Minuten werden wir den Test des Frühstücks vornehmen… (mit Vorfreude)

Nachdem das Wetter etwas feucht war als wir hier angekommen sind, entschließen wir uns gestern abend noch dazu, dass wir die Kameras im Gepäck lassen und ohne Ausrüstung ins Stadtzentrum ziehen. $25 für öffentliche Verkehrsmittel (5 Einzelfahrscheine + Fahrschein für Sonntag für uns beide) sind die erste Ausgabe die wir in einem 24/7 Convenience Store CAD$ tätigen. 24/7 Convenience Stores sind hier überall und erinnern unglaublich an CLERKS von Kevin Smith. Nein ernsthaft – insbesondere wenn ein 24/7 Video Store daneben ist.

Also ab in die Straßenbahn und die Queensstreet hinunter. Wow, hier ist alles – also die Straße scheint endlos und es gibt die gesamte Straße hinunter am Samstag ein reges Treiben. Fühlt sich gut an soweit. Wir steigen University Avenue aus und drehen eine erste Runde zur Yonge Street, kommen an einer unglaublichen Vielfalt von Essensmöglichkeiten vorbei, entscheiden uns dann gegen den Tipp der John Fluevog Verkäuferin nicht fürs Little India und für ein lokale Pub. Black Bull – ganz den Reiseführerinformationen entsprechend mit einem Eishockeymatch von Buffalo gegen Toronto (das aber wirklich mehr im Hintergrund läuft) und kosten uns erstmals kulinarisch durch zwei Cheeseburger durch. Ich geb dem ersten Burger hier satte 7 von 10 Punkten, wirklich gut und geschmackvoll aber noch mit Luft nach oben. Mittlerweile ist es etwa 2 Uhr früh daheim, und erste Anzeichen von Müdigkeit machen sich breit, also beschließen wir den Heimweg anzupeilen und verpassen gleich mal unsere Station um eine ziemliche Weite. Gut, den Cheeseburger muss man sich verdienen und wir gehen noch knapp 2 Stunden ins B&B, genießen dabei den Ausblick auf die nächtliche Skyline und beschließen für uns, dass es gut gewesene wäre eine Kamera dabeizuhaben. Ist doch eh immer so, wenn man das Haus ohne Kamera bei Regen verlässt, wird es noch ein richtig sehenswerter Abend :).

 

Alles in allem fand ich, dass war ein sehr langer, aber toller Start in Kanada, alles wirkt ziemlich amerikanisch hier, zumindest aus der Sicht eines Mitteleuropäers – insbesondere die Art der Bedienung – aber das soll nicht negativ verstanden werden, ich find es wirklich überraschend angenehm und ausgesprochen freundlich.

 

Bilder wollen gerade nich so richtig, also vorerst gibt es das Posting des ersten Tages nur mit Text 🙂

Kanada 2013 – initial plan

Eine erste Idee wie die Route etwa aussehen könnte gibt es schon.

21. September Abflug in Wien (CET) 10:30 – Ankunft 14:10 in Toronto (EST)

21.09-23.09 Toronto

24.09 Niagara Falls + Heli Tour + Rückkehr  Toronto

25.09 Kingston

26.09 – 27.09 Ottawa

28.09 – 29.09 Montreal

30.09 – 02.10 Quebec

03.10 – 04.10 Mont-tremblant National Park

05.10 Réserve Faunique de Papineau-Labelle

06.10 Gracefield

07.10 Pembroke

08.10 Kawartha Highlands Provincial Park

09.10 Queen Elizabeth II Wildlands Provincial Park

10.10-12.10 Toronto

13. Oktober Rückflug – 18:00 (EST) – Rückkehr Wien 14.10. (08:35)